COOPERATIVE ACTION!

Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer

Die Datenbank von Cooperaxion dokumentiert auf einzigartige Weise die Geschäfte der verschiedenen Schweizer Akteure während des transatlantischen Sklavenhandels des 17. bis 19. Jahrhunderts. 

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Thematisch vertiefte Hintergrund-Informationen zur Rolle der Schweiz im transatlantischen Sklavenhandel und Kolonialismus finden Sie unter Dokumentation.

Einträge in der Datenbank: 262
Stand: 23.11.2020

Name / Zeitraum Herkunft / Wo tätig Detail
1. Bataillon der 3. Helvetischen Halbbrigade
19. Jahrhundert
Schweiz
Saint-Domingue (Haiti)
1
635 Schweizer Soldaten wurden 1803 auf dem Schiff „Le Redoutable“ auf Befehl Napoleons unter dem Kommando des Schaffhausers Jean Gaspard Wipf (dem Bündner Oberst André Ragettli wurde die Leitung verweigert) nach Saint-Domingue geschickt. Sie sollten den Sklavenaufstand dort bekämpfen. Die Besatzung bestand aus: Adjudant-Major: Joseph Ignatius Müller, Hauptleute: Franz Georg Rüttimann, Thomas François Bianchi, Nazar Abyberg, Arnold Egger, Karl Daniel Langhans, Charles Joseph de Flue, Max Gachet, Ulrich Michel, Leutnants: Jean François Jacquier, Jean Pierre Gabez, Johann Baptist Gächter (geb. 1779, Rorschach), Hans Zipfer, Georg Kauffmann, Henri Louis Vuillemin, Albert de Flue, Hans Heinrich Imthurn, Benoit Bruni, Unterleutnants: François Clous, Joseph Antonie, Fidèle Longhy, Christian Heinrich Schmid, Philippe Sandoz, Joseph Theilung, Heinrich Wydler, Leonhard Tremp, Frédéric Rutz, Angelin Weber. Weitere Soldaten: Johann Conrad Schlepfer, Michel Wetter und Jean Hoffmann aus der Stadt St. Gallen, Gerley und Vogt aus Altstätten im Rheintal, Joseph Girard aus Gossau, Matthieu Schlitter aus Niderfuren im „Canton de Linth“, Thomas Legler aus GL. Die Schweizer Soldaten waren, ebenso wie die französischen, nicht erfolgreich. Von den 635 Schweizern überlebten nur 11. Haiti erkämpfte sich 1804 die Unabhängigkeit.
Béguin Auguste
19. Jahrhundert
Kanton NE
Bahia (Brasilien)
10
Auguste Béguin besass versklavten Menschen, 20 davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Gossweiler zum Brunnen Andreas
18. Jahrhundert
Zürich ZH
Zürich ZH
100
Andreas Gossweiler zum Brunnen war eigentlich Seidenkaufmann, er hielt aber auch finanzielle Anteile an der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte.
Graffenried Christoph von
1661 - 1743
Worb BE
North Carolina (USA)
101
Christoph von Graffenried führte zusammen mit Michel schweizerische und deutsche Auswanderer in die Südstaaten und gründete 1710 die Stadt New Bern im heutigen North Carolina. Er besass Sklaven: Als Indianer 1711 die Siedlung angriffen, zog er mit zwei seiner „Negroes“ in den Krieg und vertrieb diesen Indianerstamm aus North Carolina. 1713 kehrte er in die Schweiz zurück und liess sich als Altersruhesitz das Neuschloss Worb errichten.
Grob Heinrich
Zürich ZH
Surinam
102
Heinrich Grob, ein Pfarrer, wanderte nach Surinam aus, wo er sich Sklaven hielt - er war 1773 angestellt von der „Niederländischen Westindien-Kompanie“ und erhielt neben Geld auch Sklaven für seine Tätigkeit.
Gsell Jacob Laurenz
1815 - 1896
St. Gallen SG
Rio de Janeiro (Brasilien)
103
Jacob Laurenz Gsell ging 1836, mit 20 Jahren, nach Rio de Janeiro. Dort arbeitete er zuerst als Kommis für ein deutsches Kaufmannshaus. 1844 gründete er zusammen mit dem St. Galler Billwiller eine eigene Handelsfirma namens „Billwiller, Gsell & Co.“, die Stoffe importierte, Kaffee exportierte und möglicherweise auch mit Sklaven handelte. Gsell besass selber drei Haussklaven namens Antonio, Joaquin und Thomaz. Nach 1847 kehrte Gsell nach St. Gallen zurück, von wo aus er die europäische Vertretung des brasilianischen Handelshauses, das nun „Laquai, David & Cie.“ hiess, leitete. In Brasilien leiteten die früheren Teilhaber von Gsell und Billwiller, der St. Galler Reinhard Laquai und der Basler Heinrich David, die Firma weiter.
Guisan Jean Samuel
1740 - 1801
Kanton VD
Surinam
104
Die Familie Guisan war Bürger von Avenches VD, in wessen Umgebung sie mehrere Ländereien besassen. Zu Beginn des 18.Jahrhunderts verarmt die Familie was zur Auswanderung zweier Familienmitglieder beitrug. 1771 folgt Jean Samuel Guisan seinem Onkel nach Surinam, wo er zunächst auf dessen Plantagen „La liberté“ und „Accaribo“arbeitete. Als die Franzosen die landwirtschaftliche Erschliessung ihrer Kolonie Guayana beschlossen, wurde Guisan als „Chefingenieur für den hydraulischen und landwirtschaftlichen Bereich“ eingestellt. Er engagierte sich für die Nutzbarmachung des Küstenstreifens, insbesondere die Trockenlegung der Sümpfe und den Bau eines Kanals. Er war am Bau der ersten Zuckerfabrik in der Kolonie beteiligt und führte den Anbau von Gewürznelken ein. Für die Erschliessung des Küstenstreifens wurden ihm mindestens 800 Sklaven zur Verfügung gestellt. Guisan beschäftigte sich intensiv mit den Lebensbedingungen der schwarzen Sklaven, was einen wichtigen Teil seiner 1788 verfassten Abhandlung mit dem Titel „Traité sur les terres noyées de la Guiane, appelées communément Terres-Basses“ ausmachte. Darin gab er Empfehlungen zum Verhältnis zwischen den Sklaven und ihren Besitzern ab. Er sprach sich zwar für eine Verbesserung der Haltung der Sklaven aus, aber mehr aus ökonomischen Gründen denn aus christlicher Nächstenliebe. Es lohne sich für die Siedler, sorgsam mit ihren Sklaven umzugehen, da der Erwerb neuer Sklaven immer schwieriger und teurer werde. Daher solle möglichst auch ihre Fortpflanzung gewährleistet werden. Gleichzeitig empfahl er eine gewisse Strenge und bei Bedarf den Einsatz körperlicher Züchtigungen. Weder stellte er das Sklavenhaltersystem generell in Frage, noch sprach er sich für eine Befreiung der Sklaven aus. Für sein Engagement wurde er in Surinam geehrt und ein Dorf nach ihm in Guisanbourg umbenannt. Dieses Dorf ist heute jedoch verlassen. Seine Karriere endete, als Ereignisse im Zusammenhang mit der französischen Revolution die Franzosen an seiner Loyalität zweifeln liessen, und so musste er 1791 nach Europa zurückkehren. Zurück in der Schweiz wurde er Generalinspektor für Strassen- und Brückenbau der Helvetischen Republik. Dabei untersuchte er den Lauf der Reuss, Lindt, Aare und Sense und entwarf mehrere Brücken.
Haller Rudolf-Emanuel von (Rodolphe- Emmanuel de)
1747 - 1833
Bern BE
Paris, Marseille, Amsterdam
106
Rudolf-Emanuel von Haller geschäftete 1768 in Amsterdam mit Gewürzen aus den Kolonien und Wein vom Kap der Guten Hoffnung, da er Handelsbeziehungen zur „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ hatte. Die Firma „Haller & Cie.“ handelte mit französischen Kolonialwaren. 1777 heiratete er die Tochter eines niederländischen Kolonialbeamten und zog nach Paris. Dort wurde er Teilhaber von „Girardot, Haller & Cie.“, der halb offiziellen Bank der französischen Regierung. Er handelte mit Kolonialwaren wie Kaffee, Tee, Gummi, Cochenille, Indigo, die er unter anderem in Amsterdam kaufte. Ausserdem besass er für 14'000 Pfund Sterling englische Westindien-Aktien und beteiligte sich administrativ und finanziell an der Gründung der „Nouvelle Compagnie des Indes“, welche die Versorgung der französischen Kolonien in Ostindien neben anderem auch mit Sklaven sicherstellen sollte. Später übergab er Jean-Jacques Hogguer die Vollmacht über seine Geschäfte und gründete in Marseille eine weitere Handelsgesellschaft, die mit Kolonialwaren handelte.
Hauser Conrad
1741 - 1824
Basel BS
Kopenhagen (Dänemark)
107
Conrad Hauser übernahm das Geschäft von Reinhard Iselin, wo er 1777 als Mitarbeiter begann. Er wurde Direktor der „Dänischen Westindien-Kompanie“. Das grosse Haus, das er sich von seinen Gewinnen in Kopenhagen kaufte, hiess nach dem Kap der Guten Hoffnung „Bonne Espérance“. Noch heute gibt es in Kopenhagen die Strassennamen Hauser Plads und Hausergade.
Hauser Jonas
18. Jahrhundert
Winterthur ZH
Winterthur ZH
108
Jonas Hauser hielt finanzielle Anteile an der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte.
Hegner, Gier & Cie. (Firma)
18. Jahrhundert
Schweiz
Bordeaux (Frankreich)
109
Die Firma „Hegner, Gier & Cie.“ vertrieb ab den 1760ern von Bordeaux aus Kolonialwaren, vor allem Indigo-Farbstoff, in die Schweiz zur Textilfärbung, und verkaufte Indiennes aus der Schweiz in europäischen Hochseehäfen. In Bordeaux wird die Firma von Jean-Rudolphe Wirz vertreten.
Bern (Staat)
18. Jahrhundert
Bern BE
Bern BE
11
Von 1719-1734 besass der Staat Bern Aktien der britischen „South Sea Company“, welche Sklaven in die spanischen Kolonien verkaufte. In diesem Zeitraum verschiffte die „South Sea Company“ rund 20'000 versklavten Menschen von Afrika nach Amerika, wovon etwa 2'000 auf der Überfahrt starben. Dieses Engagement von Bern war durch die Berner Banken „Malacrida“ und ihre Londoner Zweigstelle „Müller & Cie.“ vermittelt worden. 1723 war der mächtigste Staat der alten Eidgenossenschaft der mit Abstand grösste Aktionär dieser Gesellschaft, noch vor der „Bank of England“ und König George I.!
Henry Abram
18. Jahrhundert
Cortaillod NE
Bordeaux (Frankreich)
110
Zusammen mit einem Herr Guez leitete Abram Henry eine Firma mit Filialen in Bordeaux und Guadeloupe, die im Überseehandel tätig war. Die Firma war finanziell von der Bank Frontin, Barreau de Bracot et Co. abhängig und verfügte kaum über liquide Geldmittel. Sie ging 1766 bankrott. 1765 heiratete Henry die Tochter von Jacques Montet und gründete mit ihm die Firma „Montet, Henry & Cie“, welche mindestens fünf Sklavenexpeditionen ausrüstete. (Siehe „Montet, Henry & Cie“)
Hoffmann Emmanuel
Basel BS
Kopenhagen (Dänemark), Nantes (Frankreich)
112
Emmanuel Hoffmann spekulierte mit Aktien der französischen „Compagnie des Indes“. Ein Teil der Familie Hoffmann war in Nantes, die anderen in Kopenhagen. Ein Hoffmann aus Kopenhagen war ein bedeutender Reeder der Sklavenexpeditionen von Bourcard, Iselin, Weis, Ehinger und anderen Kaufleuten.
Hoffmann Johann Jakob
18. Jahrhundert
Basel BS
Aruba, Bonaire, Curaçao
113
Johann Jakob Hoffmann, ursprünglich Sekretär von Isaak Faesch, handelte zusammen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, danach mit dessen Neffen Johann Rudolf Faesch mit Sklavereiprodukten wie Zucker, Kaffee, Tabak, Kakao, Silber und Gold. Er ist der einzige Schweizer, dessen Beteiligung am Handel mit Sklaven schriftlich belegt ist. Er kaufte die Sklaven auf St. Christopher in der Karibik direkt vom Schiff und verkaufte sie mit Gewinn auf dem südamerikanischen Festland, in diesem Fall nach Venezuela, weiter. Davon zeugt beispielsweise eine Brief, den Hoffmann an einen Geschäftspartner schrieb: „ Bitte kaufen Sie auf meine Rechnung etwa 30-35 Köpfe Sklaven im Alter von 15-16 Jahren. Bezahlen Sie aber nicht mehr als 70-75 Peseten pro Stück...Damit dieser Handel vorteilhaft für mich wird, kann ich zwei Drittel Mädchen und ein Drittel Buben annehmen - unter der Bedingung, dass sie sorgfältig ausgesucht werden, frei von Gebrechen und ,Gesichten’ sind.“ (Debrunner 1993:97). 1742 kehrte er nach Europa zurück, wo sich seine Spur verlor.
Hogguer (Högger) Daniel
18. Jahrhundert
St. Gallen SG
Surinam
115
Daniel Hogguer besass die Zuckerplantage „La Liberté“ in Surinam von etwa 1755 bis in die 1770er Jahre mit 132 Sklaven. Zusammen mit seinem Onkel, der ebenfalls Daniel hiess, besass er auch einen Anteil an der Plantage „L'Helvétie“.
Hottinger (Hottinguer) Jean (Hans) Conrad
1764 - 1841
Zürich ZH
Paris (Frankreich)
117
Jean Conrad Hottinger wurde in eine Indienne-Fabrik in Mulhouse in die Lehre geschickt, danach zu einer Bank in Paris. 1786 eröffnete er auf Betreiben von „Usteri, Ott, Escher & Cie.“ die Bank „Rougemont, Hottinger & Cie.“, zusammen mit Denis de Rougemont. 1790 musste sie aus finanziellen Gründen schliessen. Hottinger öffnete daraufhin eine eigene Bank, die „Hottinguer & Cie.“. Vor dem Bankrott flüchtete er in die USA, zusammen mit Heinrich Escher, der in der Pariser Filiale gearbeitet hatte. Er heiratete eine amerikanische Pflanzertochter und spekulierte in den USA mit Boden. 1798 kehrte er nach Paris zurück und wiederbelebte sein Geschäft, das ab 1800 schlicht Hottinger genannt wurde. Nebst Bankgeschäften in Paris importierte er in Le Havre bereits seit 1786 in immer grösserem Stil Baumwolle und exportierte Indiennes, dies dank seinen neuen Geschäftsbeziehungen in die USA. „Hottinguer & Cie.“ besass finanzielle Anteile an den Sklavenschiffen „Conquérant“ und „Roy d’Angole“, welche 1791 vom Reeder „Mangon Laforest & Cie.“ in Le Havre ausgerüstet wurden. Beide Schiffe starteten von Le Harve und kauften Sklaven in Malembo, dem heutigen Angola und brachte diese nach Havanna (Kuba), respektive Port-au-Prince (Haiti). Dabei wurden 977 Sklaven verschleppt, wovon 861 die Überfahrt überlebten. Auf der „Conquérant“ waren 66,2% der Sklaven Männer, 21,3% Frauen, 6,9% Knaben und 5,5% Mädchen. 1833 vererbte Hottinger die Firma seinem Sohn Jean-Henri (1803-1866).
Huguenin
18. Jahrhundert
Le Locle NE
South Carolina (USA)
118
Die Familie Huguenin liess sich zuerst im Gefolge von Jean-Pierre Pury in Purrysburg nieder, später verwaltete sie die grösste Reisplantage am Fluss Coosawhatchie. Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigte einer der Nachfahren, Julius Gillison Huguenin, bereits 329 Sklaven auf einer Parzelle von mehr als 1900 Hektar.
Huguenin Philippe
? - 1835
Neuenburg NE
Bahia (Brasilien)
119
Bei seinem Tod 1835 hinterliess Philippe Huguenin die Plantage Pombal Second in Leopoldina mit Kaffeesträuchern über eine Strecke von 13 Kilometern und 36 Sklaven. Sein Gesamtbesitz belief sich auf etwa 80'000 Franken, was damals dem Lohn eines Schlossers in der Schweiz entsprach, der 76 Jahre lang dafür arbeitete.
Bertrand Antoine
1682 - 1740
Genf GE
Paris (Frankreich)
12
Antoine Bertrand kam mit seinem Vater Antoine und seinem Bruder Etienne als hugenottische Flüchtlinge aus Montpellier nach Genf. Ab 1704 war er Bankier in Paris und spekulierte mit Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und versklavten Menschen diente. Nachdem er sich bei einer weiteren Investition während dem Spanischen Erbfolgekrieg verspekulierte, hatte er Glück mit einer Investition bei der „Compagnie des Indes“, wodurch er sein Vermögen zurück gewinne konnte. Sein Sohn Jean Antoine (1726-1780) wurde 1764 Händler in Dominica. 1775 folgte ihm sein Bruder Charles( 1716-), welcher zuvor in London als Händler tätig war. Auf Dominica kaufte er sich eine Plantage in Bourg du Roseau.
Huser Heinrich
Zürich ZH
Jamaica
120
Heinrich Huser war ein reformierter Pfarrer in Jamaica, der Sklaven besass.
Iselin Reinhard
1714 - 1781
Basel BS
Kopenhagen (Dänemark)
121
Reinhard Iselin begann als Kommis bei „Fabritius & Wever“, machte sich dann selbständig und engagierte sich in den grossen Handelskompanien Dänemark-Norwegens. Er war im Indiennes-, Waffen- und Zuckerhandel tätig, finanzierte Plantagen auf den dänischen Virgin Islands und Handelsschiffe in die Karibik. Mit Handelsaktivitäten im Rahmen der „Afrikanischen Kompanie“ und der „Asiatischen Kompanie“ erwarb er ein riesiges Vermögen. In St. Thomas besass er zusammen mit Salomon Kitt die Handelsfirma „Kitt, Iselin & Co.“. Iselin vemittelte der „Bank Leu“ Kontakte zum dänischen Hof und dänische Kunden für Privatkreditgeschäfte. 1771 wurde er für seine Verdienste in den Adelsstand erhoben - zum Baron.
J.-R. Wirz & Cie. (Firma)
18. Jahrhundert
Basel BS
Bordeaux (Frankreich)
123
Der Besitzer dieser Handelsfirma war zum grössten Teil Hans-Rudolf Wirz. „J.-R. Wirz & Cie.“ wurde zu grossen Teilen von der Pariser Bank Dufour, Mallet et Le Royer unterstützt. Die Firma stieg rasch zu einer grossen Reederei auf, sie besass 13 Schiffe. Zwischen 1786 und 1789 war sie an vier Sklavenexpeditionen beteiligt, bei denen über 600 Sklaven eingehandelt wurden. Der Konkurs der Firma 1790 lässt sich wahrscheinlich mit dem unzureichenden Kapitalrückfluss aus den Kolonien erklären und dem grossen Verlust der Expedition des Sklavenschiffs „Duc de Normandie“.
Jakob Jacob
1822 - ?
Trogen AR
Kuba
124
Um 1850 arbeitete Jacob Jakob als Sklavenaufseher auf einer Plantage bei Havanna in Kuba.
Jezler Lukas
19. Jahrhundert
Schaffhausen SH
Bahia (Brasilien)
125
Zwei Brüder Jezler gründeten 1829 zusammen mit Herrn Trümpy in Bahia eine Handelsgesellschaft, welche Zucker und bald darauf auch Kakao nach Europa exportierte. Lukas Jezler leitete in Cachoeira einen Tabak- und Zigarrenhandel, bei seinem Tod hinterliess er 13 Sklaven.
Joseph Félix
19. Jahrhundert
Kanton VD
Bahia (Brasilien)
126
Félix Joseph besass Sklaven, sechs davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Joseph Octave
19. Jahrhundert
Kanton VD
Bahia (Brasilien)
127
Octave Joseph besass Sklaven, vier davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Jurine Antoine
Schweiz
Bordeaux (Frankreich)
128
Antoine Jurine war ein wichtiger Reeder von Sklavenschiffen in Bordeaux.
Karrer / Hallwyl (Regiment)
18. Jahrhundert
Schweiz
Karibik
129
Das Regiment Karrer/Hallwyl war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1719-1763) als Teil der französischen Marinetruppen im Dienst der „Französischen Westindien-Kompanie“ in Louisbourg (heute Kanada) stationiert. Es bestand anfänglich aus 3 Kompanien mit insgesamt 600 Männern. 1724 wurden 200 von ihnen nach Martinique versetzt, und später 400 Männer in Saint-Domingue stationiert. Das Regiment Karrer wurde bis zu seiner Auflösung 1763 auch gegen Sklavenaufstände eingesetzt. Dabei waren neben General Charles Daniel de Meuron auch: Oberst Franz Adam Karrer (1672-1741) und sein Sohn Ludwig (Louis) Ignaz Karrer (gest. 1751) aus Solothurn. Der Vater Karrer übergab das Regiment 1736 an seinen Sohn. 1752 übernahm das Regiment Oberst und später Graf und Feldmarschall Franz Josef von Hallwyl (1719-1785) aus Solothurn, das Regiment wurde von da an Hallwyl genannt. Eventuell auch zum Regiment gehörten: Oberstleutnant Jean-Jacques Ammann aus Fribourg, Gouverneur Frédéric Haldimann aus Yverdon, Schiffskommandant Christian Marugg aus Graubünden.
Bertrand Jean-Antoine und Charles
18. Jahrhundert
Genf GE
Saint-Domingue (Haiti)
13
Die Brüder Bertrand besassen im 18. Jahrhundert Plantagen auf Saint-Domingue. Ihr Vater Antoine Betrand war Bankier in Paris.
Kiburg Jean-Ulrich
1762 - 1815
Basel BS
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
130
Jean-Ulrich Kiburg kam mit dem Regiment de Meuron ans Kap. Aufgestiegen zum Kapitänleutnant kommandierte er von 1791-93 im Dienst der Niederländer Truppen gegen „eingeborene Aufständische“ auf Ceylon. Danach kaufte er eine Farm namens „Hottentot's Holland“ am Kap. 1800 besass er Vieh, Pferde, 1 Knecht und 2 Sklavinnen sowie 18 Sklaven.
Kitt Salomon
1744 - 1825
Zürich ZH
St. Eustatius, St. Thomas
131
Salomon Kitt hatte 1776 Konkurs erlitten und musste daraufhin die Stadt Zürich verlassen. Er etablierte sich auf St. Eustatius, wechselte dann auf die dänische Insel St. Thomas und war auch in Nordamerika aktiv. In St. Eustatius gründete er die Firma „Kitt & Reinwald“ und in St. Thomas zusammen mit dem Basler Reinhard Iselin die Firma „Kitt, Iselin & Co.“. Beide Unternehmen waren im Zwischenhandel für Kaufleute, insbesondere aus Amsterdam, tätig. Kitt stand mit verschiedenen Zürcher und Basler Firmen in geschäftlichem Kontakt. So verkaufte er auf den Antillen Produkte von verschiedenen Zürcher Seidenhäusern.
Klee Johannes
18. Jahrhundert
Speicher AR
Berbice (Guyana)
132
Der Zimmermeister Johannes Klee verwaltete zusammen über längere Zeit hinweg gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit Konrad und Andreas Schläpfer die Plantagen „Oberberg“ und „Flachtal“ in Berbice.
Kunz (Cuentz)
St. Gallen SG
Lyon, Paris (Frankreich)
136
Drei der vier Söhne von Sebastian Kunz (Gebrüder Cuentz) etablierten sich in Paris und Lyon, wo sie mit Kolonialwaren handelten und spekulierten: Cochenille aus Amerika, Indigo aus Saint-Domingue, Kaffee und Zucker aus den Antillen.
Kuster & Pelloutier (Firma)
1763 - 1777 (Firma)
Basel BS
Nantes (Frankreich)
139
Das Handelshaus „Kuster & Pelloutier“ wurde spätestens 1763 von André-Gottlieb Kuster und Hans Ulrich Pelloutier gegründet. Handel wurde vorrangig mit Kolonialwaren und Farbstoffen aus den französischen Kolonien ebenso wie mit europäischem Wein und Salz betrieben. Seit 1765 besassen Kuster und Pelloutier auch eine Indienne-Manufaktur in Nantes, welche bald zu einer der grössten dort wurde. Die Textilien wurden an Sklavenschiffe geliefert. 1777 trat Kuster aus der gemeinsamen Handelsunternehmung aus und Pelloutier führte die Firma nun mit Benoît Bourcard unter dem Namen „Pelloutier, Bourcard & Cie.“ weiter.
Besanquet Richard
Vevey VD
Grenada
14
Richard Besanquet besass eine Plantage in Grenada.
Kuster (Custer) André-Gottlieb
18. Jahrhundert
Basel BS
Nantes (Frankreich)
140
Das Handelshaus „Kuster & Pelloutier“ wurde spätestens 1763 von André-Gottlieb Kuster und Hans Ulrich Pelloutier gegründet. Handel wurde vorrangig mit Kolonialwaren und Farbstoffen aus den französischen Kolonien ebenso wie mit europäischem Wein und Salz betrieben. Seit 1765 besassen Kuster und Pelloutier auch eine Indienne-Manufaktur in Nantes, welche bald zu einer der grössten dort wurde. Die Textilien wurden an Sklavenschiffe geliefert. 1777 trat Kuster aus der gemeinsamen Handelsunternehmung aus und Pelloutier führte die Firma nun mit Benoît Bourcard unter dem Namen „Pelloutier, Bourcard & Cie.“ weiter.
Kuster (Firma)
18. / 19. Jahrhundert
Rheineck SG
Rheineck SG
141
1804 schmuggelte die Firma Kuster trotz Napoleons Kontinentalsperre englische Baumwollgewebe, Zucker und Kaffee ins Piemont. Den riskanten Warentransport tätigte sie zusammen mit den Gebrüdern Merian aus Basel und der Firma Zellweger. Sie machten hohen Gewinn und kamen, als dies ans Licht kam, mit einer glimpflichen Strafe davon.
La Harpe Jean Charles de
1751 - 1839
Aubonne VD
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
142
Jean Charles de la Harpe kam 1783 als Offizier mit dem Regiment de Meuron ans Kap der Guten Hoffnung. Er heiratete lokal und schied aus dem Regiment aus, als dieses nach Ceylon geschickt wurde. Er wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann und konnte sich bald Land und Weinfarmen kaufen. Für die Arbeit auf den Farmen kaufte er sich 9 männliche und 2 weibliche Sklaven.
Labat Jean-Louis
Schweiz
Schweiz
143
Der Grossvater war aus Sumène nach Genf geflohen, wo der Vater später als Meiserfärber tätig war. Jean-Louis Labat war gemeinsam mit seinem Bruder Pierre an Verkaufsgeschäften in Frankreich beteiligt, einerseits in eigenem Namen als auch als Kommissionär der Neuenburger de Luze und de Pury. Als Bankier hatte er Geschäftsbeziehungen nach London, Cadiz, Lissabon, und Asien. Nach dem Tod seines Bruders gründete Jean-Louis mit seinem Schwager Henri Cathala die Gesellschaft Labat & Cie. 1748 zog er sich aus dem Berufsleben zurück und überliess die Firma Cathala, der gemeinsam mit Pierre Lassere daraus die Handelsgesellschaft Cathala & Lasserre gründete, welche 1771 in Konkurs geht. Jean Louis Labat war der Besitzer von Baronie und Schloss Grandcour bei Payerne VD.
Labhard Jean-Henri
1674 - 1753
Steckborn TG
Paris (Frankreich)
144
Jean-Henri Labhard gründete 1714 in Paris die Bank „Labhard & La Poire“, wo er mit Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente, spekulierte und dabei riesige Gewinne machte. Sein Gesellschafter und Neffe Daniel kaufte sich Schloss Glarisegg in Steckborn und liess es 1774/75 neu errichten.
Langevin Louis François
? - 1776
Schweiz
Nantes (Frankreich)
145
1758 erhielt der Unternehmer Louis François Langevin die Genehmigung, in Nantes die erste Indienne-Druckerei seit dem französischen Verbot der Indiennage 1686 zu eröffnen.
Laubscher Nikolaus
1651 - 1721
Fräschels FR
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
146
Nikolaus Laubscher kaufte Land im Table Valley und bekam 1676 vom Regierenden Rat der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ einen Sklaven zugesprochen. Er vermehrte sein Vermögen durch landwirtschaftliche Arbeit und besass immer mehr Vieh und Sklaven aus Madagaskar und Moçambique. Einer der Sklaven, genannt „David von Malabar“ belästigte angeblich seine Frau. Er wurde zur Strafe ausgepeitscht und in Ketten gelegt. Später floh eine Gruppe Sklaven unter seiner Führung. Sie wurden eingefangen und David wurde zum Tod durch Rädern verurteilt. Kurz vor seinem Tod 1719 besass Laubscher bereits 26 Sklaven, 2 Sklavinnen und 4 Sklavenkinder. Seine Söhne wurden ebenfalls wohlhabende Farmer am Kap.
Lescot
17. / 18. Jahrhundert
Genf GE
South Carolina (USA)
147
Der Pfarrer Lescot liess sich um 1700 in Charlestown, South Carolina, nieder, wo er sah, dass viele Leute Sklaven besassen. Die meisten besassen 10-12 Sklaven, während es bei den Engländer üblich war, 50-60 zu haben. Er meinte, ohne schwarze Sklaven, die er mit Tieren verglich, ginge es dort nicht. Deshalb hatte er 1703 bereits zwei Sklavinnen gekauft.
Leu & Co., Bank Leu (Firma)
18. Jahrhundert
Zürich ZH
Zürich ZH
148
Die „Bank Leu“, welche zur Hälfte der Stadt Zürich gehörte, hielt finanzielle Anteile an der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte. Die „Bank Leu“ gab 1760 (zusammen mit privaten Genfer Investoren) Dänemark eine finanzielle Anleihe, womit dieses die Antilleninseln St. John, St. Croix und St. Thomas (Umschlagplätze für Sklavenhandel) erwarb. Sie gewährte aufgrund der Vermittlung durch Reinhard Iselin 1768 zwei dänischen Brüdern Kredit gegen Pfand - eine Hypothek auf eine Plantage auf St. Croix. Die Rechtsnachfolgerin „Credit Suisse“ verweigert bis heute den Einblick in die Archive.
Bidermann Jacques
1751 - 1817
Winterthur ZH
Paris, Genf, Bordeaux, Brüssel, Marseille
15
Der Winterthurer Jacques Bidermann arbeitete ab 1762 im Genfer Baumwollhaus seines Onkels Jakob. Dort heiratete er eine Odier und gründete mit Familienangehörigen seiner Frau 1781 die international tätige Handelsfirma „Senn, Bidermann & Cie.“, welche besonders im Textilhandel tätig war. 1783 wurde der Hauptsitz von Genf nach Brüssel später nach Paris verlegt. Die Firma war hauptsächlich auf den Ostindienhandel spezialisiert. In Paris gründete er 1789 unter Beteiligung der Handelsfirma seines Vaters und seines Bruders, der „Jacob & Andreas Bidermann & Cie.“, die im Baumwoll-Überseehandel tätige „Société pour le commerce aux Indes orientales“, auch „Société maritime Suisse“ genannt. Diese Gesellschaft machte 1794 bankrott, nach dem Verlust von 13 Schiffen. Bidermann wurde zum Leiter eines Konzerns, der sieben Firmen mit Sitzen in Genf, Paris, Bordeaux, Wesserlingen, Ostende, Kalkutta und Pondichéry umfasste und rief eine „Schweizerisch-Ostindische Kompanie“ ins Leben. Seine Spekulationen ruinierten ihn finanziell. Dennoch konnte er 1814 seinem Sohn James Anton ein Grundstück in Kentucky überschreiben, um so diese Vermögenswerte vor dem Konkurs zu retten. Dazu gehörte neben dem Grundbesitz welcher von einer Genfer Bankfirma verwaltet wurde, eine Beteiligung an einer Pulvermühle des Pariser Freundes Du Pont de Nemours.
Locher Henri d'Antoine
St. Gallen SG
Lyon (Frankreich)
150
Henri d'Antoine Locher spekulierte mit Kolonialwaren.
Löw (Ley) Hans Michel
1670 - 1716
Benken BL
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
152
Hans Michel Löw kam 1696 als Soldat ans Kap und betätigte sich als Metzger und Farmer. 1709 besass er Vieh, Rebstöcke, zwei Diener und bereits 14 Sklaven. Als vier seiner Sklaven fliehen wollten, wurden sie eingefangen und mit grosser Grausamkeit hingerichtet. Sein Sohn Nicolaas wurde wohlhabender Kaufmann und Kommissar für den Sklavenhandel auf Madagaskar.
Malacrida (Firma): Malacrida Nikolaus
1658 - 1742
Bern BE
Bern BE
155
Ihren Namen erhielt die 1702 gegründete Privatbank „Malacrida“ von einem der Teilhaber, Nikolaus Malacrida. Die Bank war von der Stadt und Republik Bern beauftragt, sich um die Abwicklung und den Zinsbezug der Anleihen in England und Holland zu kümmern. In London wurde durch Samuel Müller eine Zweigniederlassung geschaffen, das Bankhaus „Müller & Cie.“. Die Bank spekulierte mit Kolonialwaren und besass Aktien der im Sklavenhandel tätigen britischen „South Sea Companie“ und der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Nach dem Zusammenbruch dieser „South Sea Bubble“ genannten Spekulationsblase 1720 ging die Bank bankrott. Auch die Berner Republik erlitt Schaden, da sie durch die „Malacrida“ an der „South Sea Compagnie“ Aktien erworben hatte.
Marcuard & Cie. (Firma): Marcuard Johann Rudolf (Jean Rodolphe)
18. Jahrhundert
Bern BE
Bern BE
157
Johann Rudolf Marcuard stammte ursprünglich aus Payerne und gründete in Bern die Firma „Marcuard & Morel“, welche zunächst einerseits mit importiertem arabischen Gummi und Indigo, als auch mit selbst produzierten Indiennes handelte. Die Firma wandte sich immer stärker dem Bankenwesen zu und wurde 1750 zur Bank „Marcuard & Cie.“ (1750-1775). Später umbenannt in „Marcuard, Beuther & Cie.“ (1775-1825) wurde sie zu einem wichtigen Bankhaus, welches bis 1919 bestand und dann von der „Schweizerischen Kreditanstalt“ (SKA) übernommen wurde. Sie spekulierte mit Aktien der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte. Die Bank war mit Transaktionen bei mindestens 137 Aktien beteiligt.
May Gabriel von
1791 - 1870
Bern BE
Bahia, Rio de Janeiro (Brasilien)
158
Gabriel von May ging 1819 nach Brasilien, wo er im Staat Bahia Tabak- und Kaffeeplantagen erwarb. Dann wurde er Geschäftspartner von Auguste-Fréderic de Meurons Tabakfabrik. 1851 starb dieser und May vollstreckte in Brasilien dessen Testament. Darin wurde die Freilassung der Sklaven Verissimo und Roccardo de Bahia verfügt, die übrigen Sklaven sollten „bei der Liquidation der Unternehmen nach Massgabe ihrer Mittel und ihrer Verdienste freigelassen werden“. Um 1855 beschäftigte die Fabrik bei Rio de Janeiro immer noch 18 Sklaven und nur sechs bezahlte Angestellte. Diese Fabrik wurde 1911 liquidiert. Gabriel von May erwarb in Brasilien ein grosses Vermögen und bekam den Beinamen „der Brasilianer“. Zurück in der Schweiz stiftete er der Allgemeinheit das Spital Montmirail.
Meier Johann
18. Jahrhundert
Zürich ZH
Ghana
159
Johann Meier war von 1752-58 Soldat in Elmina im Dienst der „Niederländischen Westindischen Handelsgesellschaft“, welche vornehmlich im Sklavenhandel tätig war.
Bidermann Jakob
18. Jahrhundert
Winterthur ZH
Genf GE
16
Jakob Bidermann wanderte 1720 nach Genf aus, wo er die Firma „Jacques Bidermann“ gründete. Er war führend im Baumwollgewerbe in Winterthur. Dort führten sein Bruder Johann Jacob und dessen Sohn Jacob Andreas (1745-1829) die Handelsfirma „Jacob & Andreas Bidermann & Cie.“.
Meister Leonhard
1741 - 1811
Zürich ZH
Zürich ZH
160
Der Theologieprofessor Leonhard Meister hielt finanzielle Anteile an der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte.
Merian, Frères Merian (Firma)
1789 - 1831 (Firma)
Basel BS
Basel BS
161
Jean-Jacques und Christoph Merian betrieben unter dem Namen „Frères Merian“ von 1789-1831 eine Handelsfirma. 1804 schmuggelten sie trotz Napoleons Kontinentalsperre englische Baumwollgewebe, Zucker und Kaffee ins Piemont. Den riskanten Warentransport tätigten sie zusammen mit den Firmen Zellweger und Custer. Sie machten hohen Gewinn und kamen, als dies ans Licht kam, mit einer glimpflichen Strafe davon. Ebenfalls hatten die „Frères Merian“ Anteile in der Höhe von 16.000 Livres an der Firma „Bourcard Fils & Cie“ von Christoph Bourcard in Nantes. Diese Firma war an 21 Sklavenexpeditionen beteiligt und produzierte Indiennes insbesondere für den Sklavenhandel.
Meuron Auguste-Frédéric de
1789 - 1851
Saint-Sulpice NE
Bahia, Pernambuco, Rio de Janeiro (Brasilien)
163
Auguste-Frédéric de Meuron war der Enkel von Pierre de Meuron-de Luze, einem wichtigen Indiennes-Fabrikant. Sein Vater Charles-Louis war ebenfalls ein bedeutender Indiennes-Fabrikant, ein Onkel war Kaufmann in Surinam, zwei andere Onkel Händler und Plantagenverwalter auf Grenada. Einer davon heiratete eine Quarteronne (Bezeichnung für eine Person, die 1/4 Schwarz ist), welche er nach Neuchâtel mitnahm. Auguste-Frédéric lernte im Pariser Handelshaus von Paul Coulon den Handel mit Textilien und Kolonialwaren. Dann trat er mit einem Cousin in das Handelshaus „Coulon, Meuron & Cie.“ ein. Später arbeitete er in einer Firma in Lissabon, welche von zwei weiteren seiner Cousins übernommen worden war. Gegründet hatte sie David de Pury. 1816 überzeugte er seine Cousins, in San Salvador de Bahia ein weiteres Handelshaus zu gründen unter dem Namen „Meuron & Cie.“. 1817 wanderte er nach Brasilien aus, 1819 gründete er in Bahia die Schnupftabakfabrik „Arèa Preta“, welche hauptsächlich auf Sklavenarbeit basierte. Dann tat er sich geschäftlich mit Gabriel von May zusammen und verlegte 1826 die Fabrik von Arèa Preta nach Solar de Unhão am Stadtrand von Bahia. Er gründete Zweigniederlassungen in Andarahy Pequeno nahe Rio de Janeiro (1832) und Pernambuco (1836). Die Fabrik in Rio leitete Benjamin Samuel Dapples. 1851 zog de Meuron seinen Neffen James-Ferdinand de Pury als Geschäftspartner bei. Sie übernahmen die Tabakfabrik von Dapples in Rio ein Jahr nach dessen Tod. Dort arbeiteten 24 Menschen, 18 davon waren Sklaven. „Meuron & Cie.“ kontrollierten um die Jahrhundertmitte fast die Hälfte des brasilianischen Schnupftabakproduktion. Der Jahresgewinn der Firma betrug 800'000 Schweizer Franken. Auguste-Frédéric bekam den Beinamen „de Bahia“ und ein 300 Meter hoher Berg bei Rio de Janeiro erhielt den Namen „Pic Meuron“. 1837 kehrte Auguste-Fréderic reich nach Europa zurück. Er kaufte sich 1840 das Château de Dully zwischen Rolle und Nyon, liess sich in Paris an der Champs-Elysées ein Haus bauen und 1844 kaufte er sich noch das Château Frayé in FR dazu. 1849 liess er die „Maison de santé“ in Préfargier bei Marin-Epagnier erstellen, eine moderne Institution für psychisch Kranke.
Meuron Charles Daniel de
1738 - 1806
Saint-Sulpice NE
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
164
Charles Daniel de Meurons militärische Karriere: Einsatz für die französische Kolonialmacht im Regiment Hallwyl in der Karibik (1755-1763), Dienst in der Schweizergarde in Paris (1765-1781), Entwurf eines Kolonisationsprojekts von Schweizer Siedlersoldaten für Französisch-Guyana (1755-1780). Er hob 1781 in Neuchâtel ein Schweizer Regiment von 1'100 Mann aus, welches zu zwei Drittel aus Schweizern und einem Drittel aus Deutschen bestand. Vor der Überfahrt brach im Regiment in Frankreich die Pocken aus, was 380 Männern das Leben kostete. Die Männer wurden als Folgen durch Pariser Sträflinge ersetzt. Auch die Fahrt forderte Opfer, so dass nur 850 Mann 1783 den Dienst der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ am Kap antraten. Darunter war auch Leutnant François Mouté de la Raître. Das Regiment blieb bis 1788, der Kommandant General de Meuron verliess es bereits 1786 wieder und überliess die Führung des Regiments seinem Bruder Pierre-Fréderic. Er reiste mit vielen Kulturgütern (Gegenstände, welche den Grundstock für fast alle Neuenburger Museen legten) und zwei schwarzen Sklaven namens Pedro und Vendredi in die Schweiz zurück. Seine restlichen 11 Sklaven hatte er verkauft. 1792 starb de Meuron in der Schweiz, sein Sklave Vendredi starb 1793. Das Regiment de Meuron wurde 1788 nach Ceylon versetzt. Mindestens 14 Offiziere hatten lokal geheiratet und blieben am Kap.
Meuron François und Pierre de
18. Jahrhundert
Neuenburg NE
Grenada
165
Die beiden Brüder de Meuron verwalteten von 1779-86 die Plantagen von Jacques-Louis Pourtalès und der Familie Thurneysen in Grenada.
Meyer von Schauensee Maurus
18. Jahrhundert
Luzern LU
Saint-Domingue (Haiti)
168
Maurus Meyer von Schauensee war Generalstabschef im Expeditionskorps von Leclerc, welches Napoleon nach Haiti schickte, um den Sklavenaufstand dort zu bekämpfen. Er starb schon sechs Tage nach Ankunft in Saint-Domingue an Gelbfieber.
Meylan (Herr)
18. Jahrhundert
Vallée de Joux VD
Surinam
169
Herr Meylan war Hauptmann unter Fourgeoud in Surinam. 1775 führte er eine Patrouille gegen ein aufständiges Dorf geflüchteter Sklaven. Dabei wurden einige Soldaten, darunter auch sein Neffe, getötet.
Billwiller Jakob Friedrich
1813 - 1879
St. Gallen SG
Rio de Janeiro (Brasilien)
17
Billwiller kam 1836 nach Rio de Janeiro. 1844 gründete er zusammen mit dem St. Galler Jakob Laurenz Gsell eine eigene Handelsfirma namens „Billwiller, Gsell & Co.“, die Stoffe importierte, Kaffee exportierte und möglicherweise auch mit Sklaven handelte. 1847 hielt sich Billwiller in der Schweiz auf, wo er eine St. Gallerin heiratete und diese mit nach Rio de Janeiro brachte. Gsell hatte ihnen dort vorsorglich ein Haus sowie zwei männliche Haussklaven und eine weibliche Haussklavin gemietet. Billwiller schien seine Sklaven laut Zeitgenossen nicht besonders human behandelt zu haben. Bereits 1850 reiste er mit seiner Familie zurück in die Schweiz. In Brasilien leiteten die früheren Teilhaber von Gsell und Billwiller, der St. Galler Reinhard Laquai und der Basler Heinrich David, die Firma weiter - nun unter dem Namen „Laquai, David & Cie.“.
Michel Franz Ludwig
1675 - 1720
Bern BE
North Carolina (USA)
170
Franz Ludwig Michel bereiste von 1701 bis 1704 Pennsylvania und Virginia. Seine „Americanische Reissbeschreibung“ war eine Propagandaschrift zur Auswanderung in eine wohlhabende Sklavereiwirtschaft: Darin schwärmte er Schweizer Lesern vom fruchtbaren Boden und den billigen Arbeitskräften, den schwarzen Sklaven, vor. Michel schlug der britischen Königin Anne die Gründung einer Schweizer Kolonie mit rund 500 Personen in dieser Region vor, diese war einverstanden. Ebenso die Berner Regierung, welche damit religiöse Minderheiten und „Landsassen“ (arme Landlose ohne Bürgerrecht) abschieben wollte. 600 deutsche Auswanderer aus der Pfalz und eine sehr viel kleinere Zahl von Berner Emigranten erreichten unter Führung Michels und Christophs von Graffenried die neue Welt und gründeten 1710 die Kolonie New Bern im heutigen North Carolina.
Miville (Meville) Isaac
17. Jahrhundert
Basel BS
Ghana
171
Die „Schwedische Afrikagesellschaft“ errichtete die Festung Cape Coast in Ghana, welche als Umschlagplatz für den Sklavenhandel diente. 1652 leitete Isaac Miville sie als erster Europäer. Er stammte entweder aus Basel oder aus Fribourg.
Müller & Cie. (Firma): Müller Samuel
18. Jahrhundert
Bern BE
London (England)
173
Die Berner Banken „Malacrida“ und ihre Londoner Zweigstelle „Müller & Cie.“ vermittelten dem Staat Bern Aktien der britischen „South Sea Company“, welche im Sklavenhandel tätig war.
Müller Jeremias
17. Jahrhundert
Basel BS
Jamaica
175
Dr. Jeremias Müller war mit Zeller bekannt und wurde offenbar aus Rache von einem seiner Sklaven erschlagen. Er besass um 1660 auf seiner Plantage in Jamaica Sklaven. Vorher war er 14 Jahre in Virginia und Brasilien.
Muralt Theodor von
1822 - 1863
Zürich ZH
Brasilien
176
Theodor von Muralt war Arzt und wanderte nach Brasilien aus, wo er mindestens einen Sklaven, namens Benedito, besass.
Necker Jacques
1732-1804
Genf GE
Paris (Frankreich)
178
Jacques Necker stammte aus bescheidenen Verhätnissen und begann seine Karriere als Angestellter der Bank des Genfers Isaac Vernet in Paris. Er gewann das Vertrauen von Vernet und wurde zu dessen Geschäftspartner. Nach Vernet’s Tod erbte er sein Vermögen und konnte gemeinsam mit George Tobie Thellusson, die Bank „Thellusson &Necker“ (1756-1770), wo er in wenigen Jahren ein grosses Vermögen erwarb. Diese Bank war zwar hauptsächlich aktiv in der Getreidespekulation und der Vergabe von Darlehen an die französische Staatskasse, gewährte jedoch auch Kredite für Geschäfte des Dreieckshandels. Auch hatte er wichtige Verbindungen nach Nordamerika. So besass er Land am Ontariosee und hatte Aktien an der New Yorker Bank Le Roy, Bayard & co. Necker wurde Verwaltungsrat der französischen „Compagnie des Indes“ und später königlicher Schatzmeister, dann Finanzminister von Frankreich. Als er in Ungnade fiel, zog er sich 1790 auf sein Schloss in Coppet VD, dass er 1784 gekauft hatte, zurück.
Neuhaus Jean-Rodolphe
1767 - 1846
Biel BE
Biel BE
179
Jean-Rodolphe Neuhaus heiratete Sophie Verdan, eine Tochter von François Verdan. Er handelte mit Kaffee, Zucker und Öl über seine Beziehungen in Lyon. 1795 wurde er von seinem Schwiegervater in dessen Indiennemanufaktur eingestellt.
Blum Friedrich
19. Jahrhundert
Zürich ZH
Brasilien
18
Friedrich Blum besass Sklaven, 8 davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Oberholster Jan (Oberholzer Hans)
1680 - 1721
Aa bei Wald ZH
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
180
Jan Oberholster kam 16jährig als Soldat ans Kap. Als Metzger wurde er wohlhabend und heiratete in eine reiche Hugenottenfamilie ein. Von seinem Schwiegervater übernahm er drei Farmen und machte politisch und militärisch Karriere. 1712 besass er Vieh, Rebstöcke und sechs Sklaven.
Orell
18. Jahrhundert
Zürich ZH
Zürich ZH
181
Ein Herr Orell beteiligte sich im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts finanziell an den Sklavenexpeditionen von Meslé de Grandclos, einem der grössten Reeder von Expeditionen aus Saint-Malo. Vermutlich war dies Hans Conrad von Orelli (1714-1785), dessen Mutter nach dem Tod ihres Mannes die Firma („Pestalozzi im Thalhof“, später „Orelli im Thalhof“) geleitet hatte und bereits in den 1780er Jahren in den Antillen geschäftlich engagiert war.
Pache Charles
18. Jahrhundert
Morges VD
Surinam
183
Charles Pache verwaltete ab 1784 die Plantage „La Campagne“ von Chrétien-André Robin in Surinam.
Passet Jean
18. Jahrhundert
Schweiz
Schweiz
184
Jean Passet gründete 1734 die erste Indienne-Fabrik in der Schweiz, in Greng FR.
Pelloutier Hans-Ulrich
1729 - 1789
Basel BS
Nantes (Frankreich)
185
Hans-Ulrich Pelloutier gründete zusammen mit Kuster 1765 in Nantes eine Indienne-Manufaktur, mit seinen Tüchern belieferte er Sklavenschiffe. Ausserdem war er Teilhaber der Firmen „Kuster & Pelloutier“, später umbenannt in „Pelloutier, Bourcard & Cie.“, welche neben der Indienne-Manufaktur mit Waren aus den französischen Kolonien handelten: Kaffee, Zucker, Kakao, Baumwolle, Farbstoffe. Spätestens seit den 1780er Jahren betätigten sie sich auch als Reeder, unter anderem des Sklavenschiffs „Le comte de Tréville“ mit Ziel Goldküste und Saint-Domingue, welches 1784 und 1785 noch einmal auslief. Dafür lieferten sie auch einen Teil der Ausrüstung, darunter Indiennes und Kaurismuscheln. Nach dem Tod von Hans-Ulrich Pelloutier 1789 übernahm dessen Sohn Ulric Auguste (1768-1818) seinen Anteil. Ab 1793 schien das Geschäft mit den Antillen immer schlechter zu laufen und Bourcard zog sich vermutlich aus der Firma zurück. UlrichAuguste Pelloutier führte das Handelshaus und die Reederei weiter und übergab sie 1818 bei seinem Tod seinem Sohn Hippolite. Die Indienne-Manufaktur wurde 1802 an „Favre, Petitpierre & Cie.“ verkauft.
Pelloutier, Bourcard & Cie. (Firma)
1777 - 1796 (Firma)
Basel BS
Nantes (Frankreich)
186
„Pelloutier, Bourcard & Cie.“ entstand aus der Firma „Kuster & Pelloutier“. Kuster hatte die Firma verlassen und der ehemalige Kommis Benoît Bourcard wurde zum Geschäftspartner von Hans-Ulrich Pelloutier. Die Firma hatte enge Geschäftsbeziehungen zu den Burckhardtschen Firmen in Basel, von denen sie Indiennes bezog. Zu „Pelloutier, Bourcard & Cie.“ gehörte auch eine eigene Indienne-Manufaktur in Nantes. Hauptsächlich aber wurde Handel mit Kolonialwaren aus den französischen Kolonien und Nordamerika nach Nordeuropa betrieben. 1785 zum Beispiel kaufte die Firma 58 Bariques Rohrzucker von dem aus Saint-Domingue kommenden Schiff „Hercule“. Spätestens seit den 1780er Jahren betätigten sie sich auch als Reeder, unter anderem des Sklavenschiffs „Le comte de Tréville“ mit Ziel Goldküste und Saint-Domingue, welches 1784 und 1785 noch einmal auslief. Dafür lieferten sie auch einen Teil der Ausrüstung, darunter Indiennes und Kaurismuscheln. Nach dem Tod von Hans-Ulrich Pelloutier 1789 übernahm dessen Sohn Ulric Auguste (1768-1818) seinen Anteil. Ab 1793 schien das Geschäft mit den Antillen immer schlechter zu laufen und Bourcard zog sich vermutlich aus der Firma zurück. Ulrich Auguste Pelloutier führte das Handelshaus und die Reederei weiter und übergab sie 1818 bei seinem Tod seinem Sohn. Die Indienne-Manufaktur wurde 1802 an „Favre, Petitpierre & Cie.“ verkauft.
Peschier Henri und Jean
18. Jahrhundert
Genf GE
Grenada und Trinidad
188
Die Hugenotten Familie Peschier stammte ursprünglich aus Südfrankreich und kam um 1700 als Flüchtlinge nach Genf. 1762 liess sich Jean Peschier (1735-) in Grenada nieder. Sein Bruder Henri folgte ihm wenig später mit seiner Frau Celeste Rose de Beltgens. Gemeinsam besassen die Brüder die 192 englische Acres grosse Plantage „Good Chance“ mit mindestens 80 Sklaven. Die Plantage mussten sie jedoch mit einer Hypothek belegen, um ihren Bruder, den Genfer Apotheker Charles-Antoine zurückzubezahlen. Dieser hatte ihnen Geld geliehen für „l’aquit de divers lettres de change, pour le payment de la traite des nègres achetès pour travailler à la plantation...“ (Streckeisen 1997:35). Von Jean Peschier verlaufen sich die Spuren in Grenada. Henri Peschier landete 1781 gemeinsam mit seiner Familie und acht Sklaven in Port-of-Spain, Trinidad. Er beantragte beim Spanischen Gouverneur Land und bekam 1782 179 Acres Land, welches er durch Sklavenarbeit zur Zuckerplantage „Paradise Estate“ machte. Nach dem Tod von Henri Peschier blieb die Plantage im Besitz der Wittwe. Als Celeste Rose 1815 verstarb, verkauften die Nachkommen das Land an den Gouverneur. Lediglich der kleine Privatfriedhof der Peschiers blieb in Familienbesitz.
Petitpierre & Cie. (Firma): Petitpierre
1770-1797
Couvet NE
Nantes (Frankreich)
189
Ferdinand Petitpierre (1746-1804) wanderte 1770 nach Nantes aus und holte seine Brüder nach. Gemeinsam gründeten sie die Textilfabrik „Petitpierre & Cie.“, welche später in „Petitpierre Frères“ umbenannt wurde. Die Fabrik wurde zur bedeutendsten der Region und beschäftigte bis zu 1’500 Arbeiter, die jährlich 26’000 Stoffe produzierten. Dies machte damals ein Viertel der gesamten Produktion in Nantes aus. Der grosse Erfolg beruhte einerseits auf der Einführung neuer Techniken wie den Kupferdruck durch den Genfer Pierre-Joseph Maader, welcher das Verfahren vereinfachte. Andererseits verfügte die Firma durch die Lieferung an Sklavenschiffen für den Tauschhandel über einen grossen Absatzmarkt. Als sich Ferdinand Petitpierre 1797 aus dem Geschäft zurückzog, übergab er die Leitung an seine Neffen Louis und Pierre david Favre, wodurch die Firma in „Favre Petitpierre“ umbenannt wurde. (siehe Datensatz Favre Petitpierre)
Picot & Fazy (Firma): Fazy Jean Samuel
1765 - 1843
Genf GE
Lyon (Frankreich)
190
Jean Samuel Fazy war Teilhaber der Firma „Picot & Fazy“, zu der neben Geldgeschäften und Handel auch eine Indienne-Fabrik gehörte. Die Firma spekulierte auch mit Aktien im Dreieckshandel: Sie gewährte 12'000 französische Pfund für eine Expedition mit 564 schwarzen Sklaven, von denen beinahe die Hälfte während der Überquerung des Atlantiks ums Leben kam.
Plantamour, Rilliet & Cie. (Firma)
18. Jahrhundert
Genf GE
Lorient (Frankreich)
191
Jean-Théodore Rivier war die treibende Kraft hinter der Genfer Tuchhandelsfirma „Plantamour, Rillier & Rivier“, welche 1775 aus der Firma „Plantamour & Rilliet“ entstand. Rivier band die Firma stärker an den Überseehandel. So lieferte sie Indiennes, unter anderem nach Lorient, wohin sich der Schwerpunkt der Firma verlagerte, aber auch nach Le Havre. Gleichzeitig war die Firma aktiv im Handel mit Kolonialwaren.
Meuron-DeLuze Pierre de
18. Jahrhundert
Kanton NE
Kanton NE
192
Pierre de Meuron-DeLuze gründete 1759 eine zweite Indienne-Fabrik in Saint-Blaise. Seine Enkel verkauften diese 1815 an Charles-Henry DuPasquier.
Pourtalès & Cie. (Firma): Pourtalès Jacques-Louis (de)
1722 - 1814
Neuenburg NE
Neuenburg NE, Frankreich, Grenada
193
Seine Lehrjahre verbrachte Jacques-Louis de Pourtalès in verschiedenen Firmen: Bei „Pourtalès, Simons & Cie.“, den Faeschs in Basel, der „De Luze, Chaillet & Pourtalès“ und der „De Luze, Meuron & Cie.“. Er baute sich danach selbst ein Indienne-Imperium auf, 1753 gründete er unter anderem zusammen mit Claude-Abram Du Pasquier die Firma „Pourtalès & Cie.“, welche in Europa und den Kolonien Handel betrieb und bis 1801 tätig war. Pourtalès kontrollierte Textilfabriken in Neuenburg und Frankreich, besorgte für sie die Lieferung, den Absatz an französische Sklavenschiffe und manchmal auch die Finanzierung. So kaufte er 1789 Aktion von der Firma „Romberg, Bapst & Cie.“, welche seit 1786 im Sklavenhandel aktiv war und 1790 das Sklavenschiff l’Aimable Nano ausrüstete. Diese Schiff verschleppte 210 Sklaven aus Afrika nach Saint-Domingue. Pouralès galt als König der Indiennes, so dass fast alle Indienne-Fabriken von Biel über Cressier bis Grandchamps (im Drei-Seen-Land) zumindest zeitweise für die Firma „Pourtalès & Cie.“ arbeiteten. Pourtalès besass verschiedene Handelsniederlassungen in Europa und Indien (Bezug von Rohstoffen und Indiennes), aber auch in Amerika und Afrika. 1770 kaufte er zusammen mit Johann Jakob Thurneysen einige Plantagen auf Grenada. Die Plantagen hiessen „Bellair“, „Mont Saint-Jean“, „La Conférence“, „Clavier“ und „Larcher“ und produzierten bis 1797 auf 1700 Morgen Land mit je 100-200 Sklaven Zucker, Kaffee, Baumwolle und Kakao. Die Brüder François und Pierre de Meuron verwalteten die Plantagen von 1779-86. Thurneysen starb 1784, 1796 kaufte Pourtalès seine Anteile von dessen Witwe und Kindern auf. Da 1798 die Bilanz auf den Plantagen negativ ausfiel, entsandte Jacques-Louis 1790 seinen Sohn Louis nach Grenada, um seinen Besitz zu inspizieren. Hauptbestandteil des Besuches war einerseits die Inspektion des Besitzes und die Erstellung eines Inventars sowie die Verhandlungen mit John Mayor, dem Verwalter der Plantage „Clavier“. Dieser war ein Verhältnis mit der Sklavin Marie Rose eingegangen und hatte mit ihr den gemeinsamen Sohn Henry. Da er zusätzlich verbotenerweise die Verwalter einer weiteren Plantage war, wurde er freigestellt, mit der Option, seine Frau und sein Sohn zu normalem Sklavenpreis abzukaufen. Während seinem Besuch liess Louis 300 Sklaven vor der Pockenepidemie impfen. Im Zuge der französischen Revolution erhoben sich die Sklaven. Pourtalès verkaufte die verwüsteten Plantagen 1797 an einen Engländer. 1799 schien er über 18 Millionen Schweizer Pfund besessen zu haben und war damit wohl der reichste Schweizer seiner Zeit. Seinen drei Söhnen vererbte er mit 40 Millionen eines der grössten Vermögen seiner Zeit. Der Stadt Neuenburg stiftete er 1808 das „Hôpital Pourtalès“.
Pury David (de)
1709 - 1786
Neuenburg NE
Lissabon (Portugal)
194
David war der Sohn von Jean-Pierre de Pury. Er machte eine Handelslehre in Marseille und liess sich 1730 in London. Dort fand er eine Anstellung in der South Sea Company, welche rund 40’000 Sklaven verschleppte. In dieser Zeit knüpfte er wichtige Kontakte, unter anderem mit John Gore, dem Schwiegersohn von Joseph Mellish, Direktor der South Sea Compagny. 1736 zieht de Pury nach LLissabon. Er wurde Bankier des portugiesischen Königs in Lissabon und eröffnete eine gemeinsam mit Gore und weiteren Partnern eine eigene Firma. Diese handelte mit Diamanten und Holz aus Brasilien und erzielte beachtliche Gewinne. Durch das Erdbeben in Lissabon in 1755 verlor er drei Viertel seines Vermögens. Mit dem verbleibenden Viertel gelang es ihm schnell erneut Reichtum anzuhäufen. Dies unter anderem dank dem Erwerb von Aktien der 1759 gegründeten portugiesischen Frachtgesellschaft „Pernambuco e Paraìba“. Diese verschiffte zwischen 1761-1786 mehr als 42'000 gefangene Afrikaner aus Luanda und Benguela (Angola). Als David de Purry 1786 kinderlos starb, vererbte er der Stadt Neuenburg 70% seines Vermögens. Mit diesem Geld errichtete die Stadt Neuenburg unter anderem das Rathaus und das Collège Latin sowie die Kanalisierung des Seyou.
Pury James-Ferdinand de
1823 - 1902
Neuenburg NE
Brasilien
195
Seine Mutter war eine Pourtalès, sein Onkel war Auguste-Frédéric de Meuron. 1846 reiste James-Ferdinand de Pury nach Brasilien, um dessen Geschäftspartner im Tabakhandel zu werden. Er kehrte reich in seine Heimat zurück. In Neuchâtel kaufte er sich Land und beauftragte den Architekten Leo Châtelain, ihm eine Villa zu bauen. Diese wurde 1872 fertiggestellt. Da seine einzige Tochter vor ihm starb vererbte er diese Villa 1902 Neuchâtel, um darin ein ethnographisches Museum (MEN) einzurichten. Ausserdem vermachte er dem Museum auch ein wichtiges Ausstellungsstück – eine Elfenbeinskulptur aus dem Kongo.
Pury Jean-Pierre (de)
1675 - 1736
Neuenburg NE
South Carolina (USA)
196
Aus einer angesehenen Familie stammend wurde J.P Pury bereits mit 18 Jahren Finanzbeamter in Boudry. Ein Jahr später wurde er jedoch aus unbekannten Gründen vom Dienst freigestellt. 1709 ernannte ihn die Gemeinde Lignières (NE) zum Gemeindevorsteher. In den zwei darauffolgenden Jahren engagierte er sich im Weinexport nach England, womit er sich jedoch ruinierte und als Folge dessen in 1711 um seine Entlassung ersuchte. Jean-Pierre de Pury reiste als Korporal der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ via Ostindien ans Kap der Guten Hoffnung. Nach vierjährigem Dienst verliess er es 1717 in Richtung Niederlanden. Gestützt auf seine Beobachtungen am Kap verfasste er zwei Schriften über das Potenzial dieser Sklavenhaltergesellschaft und empfahl unter Berufung auf die Sklaverei bei den alten Römern weitere Sklavereikolonisationsprojekte. Darauf basierend gründete er 1732 die Siedlung Purrysburg am Savannah-River an der Grenze zwischen den heutigen Staaten South Carolina und Georgia. Die Siedlung beruhte auf von Sklaven bearbeiteter Landwirtschaft. Purry machte in Europa Werbung für eine Auswanderung in die USA, besonders in der Schweiz und Deutschland. Für Purrysburg rekrutierte er 462 Siedler. Diese Auswanderer empfanden die Siedlung sehr unterschiedlich, teils als Möglichkeit reich zu werden, teils als elender Ort. 1736 schienen Jean Pierre Pury und sein Partner David Montagut auf einem Handelsschiff eine grosse Anzahl Sklaven aus Angola zu importieren, welche in der Stadt Beaufort verkauft wurden. Einer der Söhne Jean-Pierres, Charles Pury, vertrat zunächst die Interessen seines Vaters in London und wurde dann Kommandant der Kolonie Purrysburg. 1754 wurde er bei einem Sklavenaufstand ermordet. Ein weiterer Sohn war David Pury.
Rabeysen de Metz Joseph
18. Jahrhundert
Schweiz
Surinam
197
Joseph Rabeysen de Metz wurde 1770 in Genf von Charles-Alexandre Dunant als Vorarbeiter beziehungsweise Aufseher über die Sklaven seiner Plantage in Surinam angestellt.
Raffard Emile
19. Jahrhundert
Genf GE
Rio de Janeiro (Brasilien)
198
Emile Raffard war zwischen 1859 und 1901 Generalkonsul für die Schweiz in Rio de Janeiro und hielt sich dort ein Paar Sklaven.
Ramel Jean David
18. / 19. Jahrhundert
Kanton VD
Saint-Domingue (Haiti)
199
Jean David Ramel erwarb 1795 mit 45 Jahren eine grosse Plantage auf Saint-Domingue.
Borel Antoine
1791 - 1857
Neuenburg NE
Le Havre, Paris (Frankreich)
20
Antoine Borel arbeitete in Paris bei „Coulon, Meuron & Cie.“. Er überlegte sich, eine Plantage mit Sklaven in Kuba oder Brasilien zu kaufen, aber das Risiko war ihm zu hoch. 1819 liess er sich daher in Le Havre nieder, wo er sich mit dem ihm nicht verwandten Edouard Borel zusammenschloss, dessen Schwester mit Auguste de Meuron „de Bahia“ verheiratet war. Dank ihrer Netzwerke in die USA und Brasilien bereicherten sich die beiden Borel mit der Einfuhr von Kolonialwaren, hauptsächlich Kaffee. Im Zielland Schweiz, kümmerte sich Antoines Bruder Frédéric Borel um den Absatz. Ihre Firma „Edouard & Antoine Borel“ existierte von 1820 bis mindestens 1825.
Riedy & Thurninger (Firma): Riedy Jean-Georges
18. Jahrhundert
Basel BS
Brest, Lorient, Nantes (Frankreich)
200
Die Familie Riedy stammte ursprünglich aus dem Graubünden, wurden jedoch schon früh Bürger von Basel. Jean-Georges Riedy gründete 1751 in Nantes die Firma „Riedy & Thurninger“, welche in Sklavenschiffe investierte. Daraus entstanden später auch Filialen in Brest und Lorient. Das Handelshaus „Riedy & Thurninger“ verdiente sein Geld mit Auslandsinvestitionen - unter anderem in Sklavenschiffe - und im Überseehandel generell. Es versorgte die Firma „Thurninger frères & Cie.“ in Le Havre mit französischen Indiennes für den Eintausch gegen Sklaven in Angola. „Riedy & Thurninger“ rüstete zehn Sklavenschiffe aus zwischen 1783 und dem Ausbruch der französischen Revolution. Darunter waren „L’espiègle“ und die „Jeune Auguste“ 1790. Das Handelshaus besass gar eine Niederlassung auf Saint-Domingue, die den Verkauf von Sklaven an dortige Plantagenbesitzer organisierte. Durch seine verschiedenen Geschäfte erlitt Jean-Georges Riedy mehrmals Konkurs. Dank seinem grossen Landbesitz konnte er jedoch durch den Verkauf von Ländereien seine Gläubiger jeweils zurückbezahlen und die Geschäfte wieder aufnehmen.
Rieter & Cie. (Firma): Rieter Johann Jacob
1762 - 1826
Winterthur ZH
Winterthur ZH
202
Die 1795 gegründete Firma „Rieter & Cie.“ handelte in Zürich und Winterthur vor allem mit Baumwolle aus London, Liverpool, Antwerpen, Übersee, aber auch mit Kaffee und Zucker aus der Karibik, zudem mit Indigo und Cochenille.
Rietmann Johann Bartholomäus (Jean-Barthélémy)
St. Gallen SG
Amsterdam (Niederlande)
203
Johann Bartholomäus Rietmann war Bankier in Amsterdam. Er besass die Plantage „L'Helvétie“ die er zur Hälfte den Brüdern Schlumpf und zur Hälfte seiner Schwester Salomé vererbte, welche diese 1740 abtrat. Salomé Rietmann war mit Daniel Hogguer verheiratet.
Rieu Jean
18. Jahrhundert
Genf GE
Genf GE
204
Jean Rieu besass Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Er kaufte Schloss und Baronie von Prangins VD, welche er fünf Jahre später an Louis Guiguer verkaufte. Rieu stammte aus einer Familie, welche Kaufleute in Paris, Bankiers in Amsterdam und Plantagenbesitzer auf den Antillen hervorgebracht hat.
Jean-Théodore Rivier
1750 - 1821
Genf GE
Lorient (Frankreich)
206
Jean-Théodore Rivier stammt aus einer protestantischen Flüchtlingsfamilie aus Dauphiné, wurde aber bereits in Genf geboren. Er begann seine Karriere als Lehrling bei „Plantamour, Rilliet & Cie.“, an welcher bereits sein Vater beteiligt war. Nach acht Jahren Tätigkeit als Gehilfe, schickte die Firma Jean-Théodore nach Lorient. Dort wurde er Verantwortlicher der Filiale, welche den Schwerpunkt auf den Überseehandel und den Indiennehandel legte. Jean-Théodore wurde zum Teilhaber der Firma, welche expandierte und ein Depot in Bruxelles erstellte. 1783 löste „Plantamour, Rilliet et Cie.“ sich auf und Jean-Théodore gründete gemeinsam mit seinen Brüdern eine eigene Firma: „J. T. Rivier & Cie.“. Die zentralen Pfeiler des Geschäftes blieben der Überseehandel und hauptsächlich der Gewebehandel. Die Firma importierte das Rohmaterial für die Stoffe aus China und Indien und liess die Stoffe in der Schweiz als Indiennes bedrucken. Von der Schweiz gelangten die Stoffe durch Transportunternehmen aus Basel und Mulhouse zu den Filialen nach Frankreich. Einen Teil der Stoffe flossen in den Sklavenhandel und wurden als Tauschware gegen Sklaven verwendet. Nachgewiesen sind vier Sklavenexpeditionen zwischen 1787 und 1791 wo Rivier sich als Tuchlieferant an vier Sklavenexpeditionen beteiligte. Diese Expeditionen brachte dem Unternehmen „J.T. Rivier & Cie.“ einen Gewinn von 38 - 106%
Robin Jean-Zacharie
18. Jahrhundert
Genf GE
Surinam
208
Jean-Zacharie Robin besass in Surinam die Kaffee- und Baumwollplantage „La Campagne“, deren Verwaltung er 1779 einem Advokaten in Paramaribo übertrug und nach Genf zurückkehrte. 1769 hatte er in Genf ein Grundstück gekauft, das er „Surinam“ taufte. Nach seinem Tod 1783 vererbte er die Plantage an seinen Sohn Chrétien-André weiter. 1821 war die Plantage, nun eine reine Kaffeeplantage, zum letzten Mal im Besitz der Familie Robin aufgeführt.
Bornard L.
19. Jahrhundert
Kanton VD
Bahia (Brasilien)
21
Herr L. Bornard besass Sklaven, 15 davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Roques Henry
Schweiz
Nantes (Frankreich)
210
Henry Roques gründete in Nantes eine Indienne-Manufaktur und belieferte Sklavenschiffe mit seinen Stoffen. Gemeinsam mit Augustin Simon, Sohn eines Plantagenbesitzers in Saint-Domingue und Schwager von Hans-Ulrich Pelloutier, bildete er die Gesellschaft Simon & Roques. Diese Gesellschaft kaufte Aktien an 12 Sklavenexpeditionen, bei welchen über 3’100 Sklaven verschleppt wurden.
Rossel & Boudet (Firma): Rossel Charles
19. Jahrhundert
Neuenburg NE
Frankreich
213
Charles Rossel investierte in den Überseehandel und war an der französischen Atlantikküste tätig Er war vermutlich einer der Teilhaber der Firma „Rossel & Boudet“, welche in Nantes mindestens drei Sklavenexpeditionen ausrüstete: 1815 „Le Cultivateur“ und 1822 „Le Dauphin“ und „L’Elise“. Das Schiff „Le Cultivateur“ handelte 519 Sklaven an der afrikanischen Küste ein.
Rother Abraham und Samuel
Bern / Biel BE
Nantes (Frankreich)
214
Die Brüder Abraham und Samuel Rother gründeten in Nantes eine Indienne-Manufaktur, und belieferten Sklavenschiffe mit ihren Stoffen. So produzierte Rother et Cie. beispielsweise 1785 6’000 Stücke Indiennes.
Rougemont & Cie. (Firma)
19. Jahrhundert
Schweiz
Marseille (Frankreich)
215
Die Firma „Rougemont & Cie.“ rüstete 1822 das Schiff „La Tamise“ in Marseille aus, welches von den Briten in Vieux-Calabar (heute Nigeria) abgefangen wurde. Laut Papieren an Bord sollte es zwischen 250-400 Sklaven laden. Es ist nicht ganz klar, ob es eine Schweizer Firma ist.
Rougemont Denis de
1759 - 1839
Neuenburg NE
Paris (Frankreich)
216
Denis de Rougemont gründete 1786 zusammen mit Hans Conrad Hottinger die Bank „Rougemont, Hottinger & Cie.“. Sie beteiligte sich finanziell an Überseehandelsunternehmungen in den Sklavenexpeditionshäfen Le Havre, Nantes, Marseille und Genua.
Rougemont, Hottinguer & Cie. (Firma)
18. Jahrhundert
Zürich ZH
Paris (Frankreich)
217
Die Bank „Rougemont, Hottinguer & Cie.“ war die französische Filiale der Zürcher Bank „Usteri, Ott, Escher & Cie.“ in Paris. Gegründet wurde sie 1786 von Hans Conrad Hottinger und Denis de Rougemont. Sie beteiligte sich finanziell an Überseehandelsunternehmungen in den Sklavenexpeditionshäfen Le Havre, Nantes, Marseille und Genua.
Sartoris
17. / 18. Jahrhundert
Genf GE
Surinam
218
Ein gewisser Herr Sartoris verwaltete die Plantage der Fatios in Surinam mindestens seit 1699. François Sartoris (? - 1712) hinterliess bei seinem Tod 1712 Plantagen und Sklaven in Surinam. Möglicherweise war es derselbe Sartoris, welcher Fatios Plantagen verwaltete? Ein weiterer Sartoris verwaltete die Plantagen von Greffulhe auf der Insel Saint-Eustache gegen 1780.
Bourcard Benoît
18. Jahrhundert
Basel BS
Nantes (Frankreich)
22
Benoît Bourcard machte seine Ausbildung zum Kaufmann vermutlich in La Rochelle. Als Kommis stieg er spätestens 1767 bei „Kuster & Pelloutier“ in Nantes in deren Kolonialwarenhandelsgeschäft und die Indienne-Produktion ein. Nach dem Ausstieg Kusters 1777 wurde er zum Geschäftspartner von Pelloutier und die Firma in „Pelloutier, Bourcard & Cie.“ umbenannt. Die Firma hatte enge Geschäftsbeziehungen zu den Burckhardtschen Firmen in Basel, von denen sie Indiennes bezog. Sie existierte bis 1789.
Saulles Louis de
? - 1817
Schweiz
Demerara, Mahaica-Berbice (Guyana)
220
Louis de Saulles stammte vermutlich aus einer Hugenottenfamilie, welche von Frankreich in die Schweiz geflüchtet war. Er bezahlte 1808 in Demerara die koloniale Steuer für seine drei Sklaven und starb 1817 als „langjähriger Einwohner“ in Mahaica.
Sausche Jan
18. Jahrhundert
Rougemont VD
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
221
Jan Sausche kam als Korporal der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ ans Kap der Guten Hoffnung. Dort liess er sich als Schmied nieder und bekam das Bürgerrecht. 1751 hielt er einen Haussklaven.
Saussure Henri (Henry) de
1709 - 1761
Lausanne VD
South Carolina (USA)
222
Henri de Saussure wanderte zuerst nach Purrysburg aus, dann eröffnete er in Coosawhatchie, South Carolina, ein Handelskontor und begann mit dem Anbau von Reis. 1752 hielt er 14 Sklaven.
Schalch Jean-Conrad
18. Jahrhundert
Schaffhausen SH
Bordeaux (Frankreich)
223
Jean-Conrad Schalch war ab 1780 als Reeder in Bordeaux tätig.
Schläpfer
18. Jahrhundert
Kanton AR
Berbice (Guyana)
226
Ein gewisser Herr Schläpfer verwaltete die Plantage „Middelburgs Welvaaren“, bis er 1786 in die Schweiz zurückkehrte und Johann Konrad Winz die Leitung übernahm.
Schläpfer Mathias und Jakob
Speicher AR
Speicher AR
227
Die Brüder Schläpfer besassen eine Textilfirma, sie handelten zudem mit Baumwolle, Kaffee und Indigo von und nach Westindien (über Genua, Cadiz und Amsterdam).
Schläpfer Michael
? - 1760
Speicher AR
Berbice (Guyana)
228
Michael Schläpfer hinterliess 1760 die Plantagen „Oberberg“ und „Flachtal“ in Berbice samt Sklaven. Rund 20 Jahre blieben diese Plantagen im Besitz der Schläpfer-Erben. Konrad und Andreas Schläpfer aus Trogen, zusammen mit Johannes Klee, besorgten die Leitung der Plantagen vor Ort über längere Zeit hinweg selbst.
Schlumpf (Sellonf)
18. Jahrhundert
St. Gallen SG
Lyon (Frankreich)
229
Die beiden in Lyon als „Sellonf Frères“ niedergelassenen Brüder Schlumpf erbten die Plantage „L'Helvétie“ von Salomé Rietmann-Hogguer, sie besassen sie von 1740-1779 ganz alleine.
Bourcard Christophe
1766 - 1815
Basel BS
Nantes (Frankreich)
23
Christophe Bourcard war der Sohn von Christoph Burckhardt-Merian, und gründete 1790 in Nantes die Firma „Bourcard Fils & Cie.“ ,mit welcher er sich hauptsächlich im Indiennes-, Sklaven- und Kolonialwarenhandel betätigen wollte. Die Firma wurde dank Kapital von Familienmitgliedern und Bekannten, wie den Brüdern Jean-Jacques und Christoph Merian aus Basel ermöglicht. Zwischen 1783 und 1818 beteiligten sich die Firmen „Christoph Burckhardt & Sohn“, „Christoph Burckhardt & Cie.“ sowie „Bourcard Fils & Cie.“ an insgesamt 21 Sklavenhandelsexpeditionen, welche total etwa 7'350 afrikanische Sklaven nach Amerika verschifften, von denen ungefähr 1'000 auf der Überfahrt starben. Neben der Anteilnahme an Sklavenschiffen war „Bourcard Fils & Cie.“ auch im Handel mit Kolonialwaren aktiv, besonders als Vermittler im Kauf und Verkauf von Waren aus Saint Domingue im Dienst von „Christoph Burckhardt und Sohn“. Im Vergleich zu seinem Vater und Grossvater übernahm Christoph Bourcard grössere Anteile an den Sklavenexpeditionen, besonders beim Schiff „L’Intrépide“. Diese stellte sich jedoch durch eine Kombination von Unwetter, hoher Sterberate unter den Sklaven und einem Zerfall des Sklavenpreises als finanzielles Fiasko heraus. Durch den finanziellen Verlust wurde die Firma abhängig von der Unterstützung der väterlichen Firma in Basel. Trotzdem beteiligte sich Christoph Bourcard 1815 an zwei weiteren Expeditionen: Der „Petite Louise“ und der „Cultivateure“. Laut Schlussabrechnung der „Cultivateur,“ wurden 519 Sklaven in Afrika gegen europäische Waren eingetauscht. Davon starben 21 bei der Überfahrt; 6 wurden als Lohn beziehungsweise Gewinnbeteiligung an höhere Schiffsoffiziere abgegeben. Der Sklavenverkauf in Amerika brachte der Firma „Bourcard Fils & Cie.“ einen Gewinn von über 16'000 Francs ein, was einem Profit von 83% entsprach. Christoph Bourcard hat diesen Gewinn nicht mehr miterlebt. Finanziell am Ende beging er im Oktober 1815 Selbstmord.
Schmid Louis Frédéric
19. Jahrhundert
Bern BE
Bern BE
230
Das Bankhaus „Louis Frédéric Schmid“ wurde Anfangs 19. Jahrhundert gegründet. Schmid war zuerst mit Zeerleder verbunden, bevor er seine eigene Firma eröffnete. Der Kolonialwarenhandel war Anfangs das Hauptgeschäft, das Bankgeschäft wurde erst später zur Haupttätigkeit.
Meuron & Schwab (Firma): Schwab David
1748 - 1823
Biel BE
Portugal
231
David Schwab wanderte nach Portugal aus, wo er in einer Indienne-Manufaktur arbeitete, die er ab 1780 leitete, zusammen mit seinem Bruder Jakob, seinem Vetter Jakob Cunier und hauptsächlich mit Henri de Meuron (eventuell auch mit Abram-Henry de Meuron, (1740-1824)). Henri de Meuron hatte das Bank- und Handelshaus von David de Pury in Lissabon übernommen. Die Firma „Meuron & Schwab“ gehörte zu den grössten Handelshäusern Portugals und war spezialisiert auf Import- und Exporthandel mit Südamerika.
Sellon Jean-François
Schweiz
Paris (Frankreich)
232
Jean-François Sellon war Bankier in Paris, tätig im Westindienhandel, beteiligt an Schiffahrtsversicherungen und Silbertransporten aus Lateinamerika. Er hatte einen Bruder in London, der als Bankier mit den Antillen geschäftete, ein anderer Bruder war Bankier in Lyon. Sellon besass Herrschaft und Schloss Allaman bei Rolles VD.
Simon
Schweiz
Saint-Domingue (Haiti)
234
Herr Simon war Plantagenbesitzer und der Vater von Augustin Simon.
Simon Augustin
Schweiz
Nantes (Frankreich)
235
Augustin Simon, Sohn eines Plantagenbesitzers in Saint-Domingue gründete in Nantes eine Indienne-Manufaktur und belieferte Sklavenschiffe mit seinen Stoffen. Gemeinsam mit Henry Roques bildete er die Gesellschaft Simon & Roques. Diese Gesellschaft kaufte Aktien an 12 Sklavenexpeditionen, bei welchen über 3’100 Sklaven verschleppt wurden.
Soeblee (Sublet) Hans David
1734 - 1802
Bougy VD
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
236
Hans David Soeblee diente als Soldat und später höherer Beamter der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ am Kap der Guten Hoffnung. Nach seiner Pensionierung zog er sich auf seine Farm zurück, wo er mit einer einheimischen Khoikhoi-Frau zusammenlebte. Dieser vererbte er bei seinem Tod alles und schrieb vor, dass seine getauften Sklaven nicht verkauft werden dürfen.
Solier
Kanton VD
Schweiz
237
Jacques Solier stammte aus einer Familie von Kaufleuten in Cadiz mit Reederei nach Ost- und Westindien, tätig im Kolonialwarenhandel, Sklavenhandelsexpeditionen, und Besitzer von Plantagen auf Guadeloupe. Er besass die Herrschaft Corcelles bei Orbe VD.
Solothurn (Staat)
18. Jahrhundert
Solothurn SO
Solothurn SO
238
Der Staat Solothurn investierte aufgrund eines Beschlusses des Grossen Rates 66'573 Pfund in Aktien der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte.
Streckeisen Jean Georges
18. Jahrhundert
Basel BS
Bordeaux (Frankreich)
239
Das Handelshaus Amman bezog von 1748-1752 Kaffee aus den französischen Kolonien fast ausschliesslich über Jean Georges Streckeisen, der ihn aus Saint-Domingue importierte.
Bourgeois David Benjamin
1750 - 1809
Lausanne VD
Berbice, Demerara (Guyana)
24
David Benjamin Bourgeois wanderte 1770 in die Karibik aus. 1791 kam sein erstes uneheliches Kind, Jeanne Marie, in Berbice zur Welt. Die Mutter namens Sara war eine Schwarze, vermutlich eine Sklavin. 1795 brachte David Benjamin seine Tochter nach Lausanne, aber ohne die Mutter. In Lausanne nannte man David Benjamin „L'Américan“. Er kehrte alleine nach Guyana zurück. Er zeugte dort, in Demerara, 1800 mit einer weiteren Schwarzen (eventuell wiederum Sara?) einen Sohn namens Louis Henri. Diesen nahm er 1803 bei seiner endgültigen Rückkehr nach Lausanne mit. Der Mulatte Louis Henri Bourgeois (1800-1834) brachte es in Lausanne, gefördert von seinem Vater, bis zum Kantonsrat und Waadtländer Staatsrat.
Studer Johann Heinrich
? - 1804
Zürich ZH
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
240
Johann Heinrich Studer wanderte als Soldat im Dienst der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ 1773 ans Kap aus. 1804 hinterliess er in seinem Erbe Vieh und zwei Sklaven.
Sugnens Amédée Jaques
1733 - 1773
Moudon VD
Surinam
242
Amédée Jaques Sugnens war Pastor der französischen Kirche in Paramaribo. Er besass zusammen mit Chevalier die Zuckerplantagen „La Liberté“ und „Accaribo“ in Surinam mit mindestens einem Dutzend Sklaven. Auch die Kaffeeplantage „Leliendaal“ am Fluss Commewyne in Surinam mit 1000 Accres und 187 Sklaven schien er 1770 übernommen zu haben.
Sulzer Jacob (Johann Jakob)
18. Jahrhundert
Winterthur ZH
Winterthur ZH
243
Jacob Sulzer hielt finanzielle Anteile an der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte.
Tattet Samuel
Rolle VD
Bahia (Brasilien)
244
Samuel Tattet besass in Brasilien die Plantagen „Bella Vista“ und „Bella Vista 2“ mit Kaffeesträuchern auf einer Länge von 16 km und 95 Sklaven.
Thellusson & Cie.: Thellusson Isaac
1690 - 1755
Schweiz
Paris (Frankreich)
245
Die hugenottische Familie Thellusson stammte ursprünglich aus Saint-Saphorin-le Chatel, liess sich aber in Genf nieder. Isaac Thelluson verliess die Stadt 1704 und reiste über Holland nach England. In London trat er in die Bank „Tourton & Guiguer“ ein, die zur Hälfte seinem Onkel Louis Guiguer gehörte. 1707 ging er nach Paris, wo er in der französischen Zweigstelle bon „Tourton & Guiger“ arbeitete. 1715 übernahm er die Geschäftsleitung der in „Thellusson & Cie.“ umbenannten Bank. Obwohl er meistens in Paris war, kaufte er sich in Genf das Haus Tronchin, welches an das Hôtel de Ville angrenzte. Seine Verbindungen zu Genf waren bedeutend, so dass er in Paris die Interesse vieler Genfer Kunden vertrat und 1730 auch zum Ministre de la République au près de Sa Majésté ernannt wurde. Isaac Thellusson hatte Aktien bei verschiedenen Unternehmen, die im Sklavenhandel aktiv waren. So beispielsweise bei der Compagnie d’Occident, welche mindestens zwei Expeditionen machte, der Compagnie des Indes, welche zwischen 1718 und 1749 mehr als 43’000 Sklaven nach Amerika verschifften und der South Sea Compagny, verantwortlich für die Verschleppung von rund 40’000 Sklaven. Des weiteren hatte Thellusson enge geschäftliche Beziehung zum Ausrüsterer Gabriel Michel in Nantes, welcher im Sklavenhandel aktiv war. Hauptbestand ihres Geschäfts war der Handel mit Getreide. In wiefern Thellusson in die Sklavengeschäfte von Michel involviert war, ist ungewiss.
Thellusson & Necker (Firma)
1756-1770
Genf GE
London (England), Paris (Frankreich)
246
Die Bank „Thellusson & Necker“ wurde 1756 von Jacques Necker und George Tobie Thellusson gegründet. Während Thellusson die Filiale in London betreute, arbeitete Necker im Hauptsitz in Paris. Das Hauptgeschäft bezog sich auf die Verleihung von Darlehen an das französische Finanzministerium und Spekulationen auf dem Getreidemarkt. Ein weiterer Geschäftszweig bezog sich auf Kreditvergaben im Rahmen des Dreieckshandels. Dazu gehörten Kredite an Peter Thellusson, dem Bruder von George Tobie, welcher direkt Kredite an Plantagenbesitzer und Sklavenhändler vergab.
Theus Jeremiah
1719 - 1774
Felsberg GR
South Carolina (USA)
247
Jeremiah Theus wanderte 1739 mit seinen beiden Brüdern Simeon und Christian nach South Carolina aus, wo sie Land erhielten. Dort arbeitete Jeremiah Theus als Portraitmaler der sklavenhaltenden Oberschicht und verdiente gut. Bei seinem Tod hinterliess er ein Haus in Charleston, Land in Orangeburgh und sieben Sklaven.
Thurneysen Johann Jakob
1729 - 1784
Basel BS
Grenada
248
Johann Jakob Thurneysen kaufte 1770 zusammen mit Jacques Louis Pourtalès einige Plantagen auf Grenada. Die Plantagen hiessen „Bellair“, „Mont Saint-Jean“, „La Conférence“, „Clavier“ und „Larcher“ und produzierten bis 1797 auf 1700 Morgen Land mit je 100-200 Sklaven Zucker, Kaffee, Baumwolle und Kakao. Die Familie Thurneysen war bis 1796 an diesem Unternehmen beteiligt. Pourtalès verkaufte die Plantagen 1797 an einen Engländer.
Tissot Moïse
17. Jahrhundert
Genf GE
Surinam
249
Moïse Tissot, der vermutlich aus Genf stammte, besass eine Plantage in Surinam, welche bei seinem Tod 1692 an seine Mutter ging, die in Vuillerens wohnte. Die Plantage wurde an François Fatio weiterverkauft.
Bovet, Robert & Cie. (Firma)
18. / 19. Jahrhundert
Boudry NE
Boudry NE
25
Diese Firma wurde von Cl. Jean-Jacques Bovet und seinen Schwagern Daniel und David Robert für die Fabrik Boudry gegründet. Das war die bedeutendste Indienne-Fabrik neben Cortaillod im Kanton Neuenburg, sie existierte von 1741-1874. „Bovet, Robert & Cie.“ arbeitete ab 1797 auf eigene Rechnung und produzierte für verschiedene Schweizer Handelshäuser.
Tobler Johannes
1696 - 1765
Rehetobel AR
South Carolina (USA)
250
Johannes Tobler war Alt-Landeshauptmann von Appenzell Ausserrhoden. Er wanderte zusammen mit rund 200 Schweizern nach South Carolina aus, wo er 1736 eine Kolonie am Ufer des Savannah Rivers gündete, in der Gegend von New Windsor. Er erhielt 250 Acres im Distrikt Orangeburgh zugesprochen. Er besass selbst Sklaven und erzählt dies auch von anderen Schweizern.
Trembley Jean
1719 - 1791
Genf GE
Saint-Domingue (Haiti)
251
Nachdem er zunächst in La Rochelle als Kaufmann tätig war, zog er 1755 nach Saint-Domingue, wo er verschiedene Plantagen kaufte und mit Verlust wieder verkaufen musste. Er versuchte, dort Baumwolle und Indigo anzubauen. Um 1776 besass er um die 30 Sklaven, aus Benin, Elmina, Nigeria, Angola, von der Goldküste und dem Kongo. Geschäftlich hatte er in den über 40 Jahren auf Saint-Domingue wenig Glück. Er starb vermutlich beim Sklavenaufstand von 1791.
Treytorrens David-Philippe
1721 - 1788
Yverdon VD
Saint-Domingue (Haiti)
252
David-Philippe Treytorrens erwarb sich im Dienst der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ ein Vermögen. Als Offizier im Dienste Frankreichs schlug er den Sklavenaufstand in Saint-Domingue nieder. 1776 kehrte er mit der Sklavin Pauline Buisson und dem Sklaven François Mida nach Yverdon zurück, wo er sich die Villa d’Entremonts bauen liess. Mida starb 1797, Pauline erst 1826, mit 70-80 Jahren. Sie hatte sich in der welschen Schweiz einen guten Ruf als Hebamme gemacht. 1791 hatte sie Samuel-Hippolyte unehelich zur Welt gebracht. Den Status dieses „Sanspapiers“ zu klären führte zu einem Prozess zwischen der Gemeinde Yverdon und Treytorrens Erben. Samuel-Hippolyte selbst starb bereits 1832, ohne dass sein Status geklärt worden wäre.
Trollet Michel
18. Jahrhundert
Genf GE
Surinam
253
Michel Trollet besass zwischen 1740 und 1770 Plantagen in Surinam; eine davon hiess „Mon Plaisir“.
Jean Rudolphe Trümpy
1798-1845
Glarus GL
Bahia (Brasilien)
254
Jean Rudolphe Trümpy stammte ursprünglich aus Glarus, wanderte jedoch nach Brasilien aus, wo er bei Meuron & Cie in Bahia Anstellung fand. 1820 gründete er zusammen mit den Gebrüdern Jezler aus Schaffhausen die Firma Jezler Frères & Trümpy in Cachoeira, im Bundesstaas Bahia. 1842 kehrte Trümpy krankheitshalber zurück nach Europa und betreute von nun an die Geschäfte vom neu gegründeten Sitz in Hamburg. Die Firma importierte aus Brasilien Baumwolle, Leder, Kaffee und Holz und exportierte Uhren, Mode und Lebensmittel. Mit diesem Handelsgeschäft erzielte die Firma zwischen 1842 und 1847 einen jährlichen Gewinn von durchschnittlich 30’000 französischen Franc.
Trümpy Johann Christoph und Sohn Egidius
18. / 19. Jahrhundert
Ennetbühl GL
Lissabon (Portugal)
255
Johann Christoph Trümpy produzierte um 1780 Indiennes in Lissabon, die Rohbaumwolle dafür bezog er direkt aus den Kolonien. Seine Firma hiess „Trümpy & Cie.“. Seine Familie stammte aus Ennetbühl. Sein Sohn Egidius arbeitete eine Zeit lang in der Manufaktur des Vaters, 1792 arbeitete er wiederum in Glarus und heiratete. Dann kehrte er mit einigen Glarner Arbeitern nach Lissabon zurück. 1796 verliess er Lissabon endgültig und baute in Glarus ein Unternehmen auf, das 1830 das bedeutendste im ganzen Glarnerland war.
Usteri Johann Martin
18. / 19. Jahrhundert
Zürich ZH
Zürich ZH
256
Johann Martin Usteri war 1786 einer der Mitbegründer der Bank „Usteri, Ott, Escher & Cie.“. Nach deren Misserfolg versuchte er den Überseehandel weiterzuführen, ab 1800 bilaterial mit einem französischen Kaufmann in den USA, der ihm für europäische Textilien Fleisch, Getreide, Baumwolle, Tabak, Kaffee und andere Kolonialwaren schickte. Verspätetes Eintreffen der Lieferungen aus den USA bewirkte bereits 1803 den Bankrott dieser neuen Firma „Usteri, Nüscheler & Cie.“.
Usteri, Ott, Escher & Cie. (Firma)
Gegründet 1786
Zürich ZH
Zürich ZH
257
Die Bank „Usteri, Ott, Escher & Cie.“ wurde 1786 in Zürich gegründet, unter anderem von Johann Caspar Escher, des Vaters von Heinrich Escher und dem Seidenkaufmann Johann Martin Usteri. Hans Conrad Hottinger und der Neuenburger Bankier Denis de Rougemont leiteten die Pariser Bankfiliale mit dem Namen „Rougemont, Hottinger & Cie.“. „Usteri, Ott, Escher & Cie.“ beteiligten sich mit grossen Beträgen an Schweizer Seehandelsfirmen in Genua, Nantes und Le Havre, ebenso wie an einer Ostindienhandelsgesellschaft. 1793 ging die Bank in Zürich und die Filiale in Paris Konkurs, ihre Liquidation schleppte sich bis 1803 hin.
Van Berchem Jacob Berthout
1736 - 1794
Kanton VD
Marseille (Frankreich)
258
Jacob Berthout van Berchem wurde 1736 in La Brille (Republik der Sieben Vereinigten Provinzen) geboren. Er stammte aus einer reichen Adelsfamilie, die ursprünglich aus Anvers kam, jedoch wegen ihrer Konvertierung zum Protestantismus in die Vereinigten Provinzen flohen. In La Brille war van Berchem als Hofrat tätig. Er heiratete 1760 Sara-Amélia Mortier, welche jedoch 1763 im Kindsbett starb, worauf van Berchem Holland verliess und nördlich von Lausanne den Landsitz La Naz kaufte. 1764 heiratete er Anne-Marie Madeleine d’Illens, die Schwester von Jean Louis d’Illens, mit welchem Berchem gemeinsam 1787 die Firma „D'Illens, Van Berchem & Cie.“gründete. Von Marseille aus, dem Wohnort von D’Illens, führte die Firma vier Sklavenexpeditionen zwischen 1790 und 1791 durch. Auf den Sklavenschiffe „Pays de Vaud“, „Ville de Lausanne“, „L’Helvétie“ und „L’Anaz“ wurden 2’311 Sklaven verschleppt und in Saint-Domingue verkauft. Bei mindestens einer dieser Expeditionen wurden die Kolonialwaren, welche in Saint-Domingue gekauft wurden, in Genua wiederverkauft. Währenddessen konnte sich van Berchem in den hohen Kreisen von Lausanne etablieren. Am 15. Juli 1791 nahm er und zwei seiner Söhne jedoch am Banquet in Rolle teil, wo der Sturm auf die Bastille geehrt wurde. Dies fasste die Bernische Regierung als Affront auf und verwies die Familie des Landes. Van Berchem liess sich daraufhin in Avignon nieder, wo er 1794 verstarb.
Vasserot
Schweiz
Schweiz
259
Mitglieder der Familie Vasserot besassen Aktien der im Sklavenhandel tätigen britischen „South Sea Companie“ und der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Ausserdem besassen sie eine Bank in Amsterdam, leisteten Dienst in britischen Kolonialtruppen in Indien, beteiligten sich finanziell an Sklavenschiffen und waren im Kolonialwarenhandel tätig. Sie kauften sich die Herrschaft Vincy bei Rolles und Vaux bei Morges VD.
Brun Samuel
1590 - 1668
Basel BS
Ghana
26
Samuel Brun weilte in niederländischen Diensten als Arzt in Westafrika, am längsten von 1617-1620 als Chirurg des Forts Nassau in Moree (heute Mori) an der Goldküste, das damals das Hauptquartier der Niederländer in Afrika war.
Verdan und Comp., Louis Verdan & Cie. (Firmen): Verdan
18. / 19. Jahrhundert
Sugiez NE
Kanton NE
260
1775 übernahmen François (1747-1818) und Louis (1745-1809) Verdan in Greng FR die Leitung einer Indiennemanufaktur von Pierre Meuron. Meuron verkaufte die Fabrik nach dem Konkurs 1781. François Verdan übernahm 1784 Fabrik in Biel und leitete sie mit seinem Sohn Henri (1770-1832) und den Schwiegersöhnen Jean-Pierre Huber und Jean-Rodolphe Neuhaus zusammen. „Verdan & Comp.“ besassen um 1800 zwei Indiennemanufakturen, drei Webereien, zwei Spinnereien und zwei Lagerhäuser. Louis Verdan übernahm eine eigene Fabrik 1778 in Marin, später eine in Grandchamps. Von 1790-1797 arbeitete seine Textilfirma namens „Louis Verdan & Cie.“ für „Pourtalès & Cie.“.
Vernet Isaac
? - 1773
Genf GE
Paris (Frankreich)
261
Isaac Vernet besass bei seinem Tod 1773 16 Obligationen einer Plantagengesellschaft in Surinam.
Vernet, Croutaz, Lugardon & Cie. (Firma)
Bern BE
Bordeaux (Frankreich)
262
Die Schweizer Raymond Desples und David Rosselet organisierten den Vertrieb der Indiennes für die Firma „Vernet, Croutaz, Lugardon & Cie.“ nach Bordeaux.
Vögelin Hans Martin
19. Jahrhundert
Kanton SH
Bahia (Brasilien)
264
Hans Martin Vögelin besass Sklaven, zwei davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Waldburger Daniel
18. Jahrhundert
Teufen AR
South Carolina (USA)
265
Daniel Waldburger war einer jener Schweizer, welche Johannes Tobler in die USA folgten und eine Kolonie gründeten. Er machte dort erfolgreich Geschäfte und besass Land und Sklaven.
Wasserfall Emilie
? - 1837
Vevey VD
Brasilien
267
Die Witwe Emilie Wasserfall hinterliess bei ihrem Tod 1837 ein Grundstück in Leopoldina und fünf Sklaven, ihr Gesamtbesitz belief sich auf rund 14'000 Franken.
Weis & Fils (Firma): Weis
18. Jahrhundert
Basel BS
La Rochelle (Frankreich)
269
Die Familie Weis liess sich Anfangs des 18. Jahrhunderts in La Rochelle nieder und rüstete zwischen 1783-1790 zehn Sklavenschiffe aus. Sie hielt auch Anteile an mehreren anderen Sklavenschiffen. Die Brüder Emmanuel und Nicolas Weis versicherten 1782 die zukünftigen Sklaven des Schiffs „Nouvel Achille“ für 500 Livres pro Kopf, sie waren vermutlich im Rahmen der Firma „Weis & Fils.“ tätig. Zudem vertraten sie in La Rochelle die französische „Compagnie des Indes“.
Brunner Leonhard
1796 - ?
Schaffhausen SH
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
27
Seit 1820 war Leonhard Brunner als Ladenbesitzer am Kap registriert. Er besass dort ein Haus, eine Sklavin und einen Sklaven.
Weiss
Basel BS
Kopenhagen (Dänemark)
271
Ein gewisser Herr Weiss war an Kopenhagener Kolonialhandelsunternehmen beteiligt.
Weiss Jan (oder Isaak)
18. Jahrhundert
Solothurn SO
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
272
Jan Weiss führte als Scharfrichter am Kap von 1762-1781 die sehr harten Bestrafungen von Sklaven aus wie Auspeitschungen, Glieder brechen, mit glühendem Eisen brandmarken, rädern, Kopf abhauen und aufspiessen und henken. Seine Assistenten waren ebenfalls schwarze Sklaven.
Werdmüller (Werdmiller) Jean Henri
18. / 19. Jahrhundert
Zürich ZH
Guadeloupe
273
Jean Henri Werdmüller besass eine Plantage auf Guadeloupe.
Wetter Jean-Rodolphe
18. Jahrhundert
Herisau AR
Marseille (Frankreich)
275
1744 produzierte Jean-Rodolphe Wetters Textilfabrik mit 700 Arbeitern in Marseille Stoffe für Spanien und Portugal. Nach dem Bankrott 1755 eröffnete er 1757 in Orange, nördlich von Avignon, eine neue Fabrik, welche gute Beziehungen zu grossen Sklavenhändlern in Nantes aufbaute. 1762 produzierten 500 Beschäftigte 17'000 Stoffstücke für den Export nach Spanien, Portugal und Nordeuropa. 1760 heiratete seine Tochter Jeanne-Barbe Pierre-Paul Nairac. Dieser stammte aus einer Dynastie von Ausrüsterer aus Bordeaux und has selbst mindestens 39 Expeditionen finanziert.
Wiederkehr (Wiederkeer) Nicolaas
? - 1719
Bremgarten AG
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
276
Nicolaas Wiederkehr kam als Soldat im Dienst der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ 1694 ans Kap, wo er bis 1707 diente. Danach arbeitete er dort als Schmied. Er war ein Freund von Jan Oberholster. Nach seinem Tod hinterliess er zwei Pferde und zwei Sklaven.
Winz Johann Konrad
1757 - 1828
Stein am Rhein SH
Berbice (Guyana)
278
Johann Konrad Winz wurde 1786 von Zürich nach Berbice verbannt, da er beim österreichischen Kaiser um die Erneuerung der alten Reichsfreiheit ersucht hatte. Dort wurde er vom armen politischen Abgeschobenen zu einem reichen Mann: 1789 wurde er von Paulus Züblin und dem Plantagenverwalter Conrad aus Graubünden in die Verwaltung einer Sklavenplantage eingeführt. Danach wollte er sich mit einer eigenen Plantage selbständig machen. Dafür boten Züblin und Conrad an, ihm einige Sklaven gegen Zins auszuleihen. Das Projekt zerschlug sich und Winz wurde nach Schläpfers Rückkehr in seine Heimat Appenzell 1786 Plantagenverwalter von „Middelburgs Welvaaren“ mit 80 Sklaven und 60'000 Kafeebäumen. Nebenbei spekulierte Winz mit Vieh, Wein und Sklaven. 1800 kehrte er reich in die Schweiz zurück und baute sich den Landsitz Villa Berbice oberhalb Schaffhausens, am Berbiceweg 5.
Wirz Hans-Rudolf (Jean-Rodolphe)
18. Jahrhundert
Basel BS
Bordeaux (Frankreich)
279
Hans-Rudolf Wirz liess sich als kaufmännischer Angestellter der Firma „Hegner, Gier & Cie.“ in Bordeaux nieder, nachdem er zuvor in Paris bei den Bankiers Duffour, Mallet und Le Royer gearbeitet hatte. Diese gewährten ihm einen Kredit und gründeten mit ihm unter dem Namen „J.-R. Wirz & Cie.“ eine Handelsfirma. Diese Firma stieg rasch zu einer grossen Reederei auf, sie besass 13 Schiffe. Zwischen 1786 und 1789 war sie an vier Sklavenexpeditionen beteiligt, bei denen über 600 Sklaven eingehandelt wurden. Der Konkurs der Firma 1790 lässt sich wahrscheinlich mit dem unzureichenden Kapitalrückfluss aus den Kolonien erklären und dem grossen Verlust der Expedition des Sklavenschiffs „Duc de Normandie“.
Burckhardt-Merian Christoph
1740 - 1812
Basel BS
Basel BS
28
Christoph Burckhardt-Merian war der Sohn von Christoph Burckhardt-Vischer und der Vater von Christophe Bourcard. Er gründete die Firma „Christoph Burckhardt & Cie.“. Zwischen 1783 und 1818 beteiligten sich die Firmen „Christoph Burckhardt & Sohn“, „Christoph Burckhardt & Cie.“ sowie „Bourcard Fils & Cie.“ an insgesamt 21 Sklavenhandelsexpeditionen, welche total etwa 7'350 afrikanische Sklaven nach Amerika verschifften, von denen ungefähr 1'000 auf der Überfahrt starben.
Yselle Jan Christian (Iseli Hans Christian)
1732 - 1807
Hasle BE
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
280
Jan Christian Yselle kam 22jährig als Soldat im Dienst der „Niederländischen Ostindien-Kompanie“ nach Südafrika. 1760 bekam er dort Bürgerrechte, heiratete und arbeitete als Schneider. Um 1800 besass er am Kap der Guten Hoffnung ein grosses Haus, sechs Sklavinnen, sechs Sklaven und sechs Sklavenkinder.
Zeerleder Ludwig
1727 - 1792
Bern BE
Bern BE
281
Seine um 1750 gegründete Bank „Ludwig Zeerleder“ besass Aktien der „Französischen Westindien-Kompanie“. Nach seinem Tod wurde die Bank von seinem ältesten Sohn Louis weitergeführt und auch danach in der Familie weitergegeben, bis sie 1916 von der Berner Handelsbank übernommen wurde.
Zeller Hans Rudolf
1639 - 1700
Zürich ZH
Jamaica
282
Hans Rudolf Zeller war ein anglikanischer Pfarrer in Jamaika, der Sklaven besass, er war ein Bekannter von Dr. Jeremias Müller.
Zellweger-Hirzel Johannes
1730 - 1802
Trogen AR
Trogen AR
285
Johannes Zellweger-Hirzel war der jüngere Bruder von Jacob Zellweger-Wetter. Nach der geschäftlichen Trennung von diesem 1774 führte er einen Konzern mehrerer Handelsgesellschaften mit eigenen Bilanzen unter dem Namen „Zellweger & Comp.“. Er geschäftete in Genua und Lyon mit Kolonialwaren. Am Lyoner Geschäft waren für kurze Zeit Johannes Graf, Jakob Christoph Speiser sowie Birr und Christoph Burckhardt-Merian aus Basel finanziell beteiligt. Zellweger hinterliess bei seinem Tod ein Vermögen von 3 Millionen Gulden.
Zellweger-Wetter Jacob
1723 - 1808
Trogen AR
Trogen AR
286
Jacob Zellweger-Wetter führte mit seinem Vater Johannes Zellweger und Bruder Johannes von 1755-1774 das Familienunternehmen „Gebr. Zellweger & Comp.“. 1774 trennte er sich von seinem Bruder und gründete danach eigene Häuser in Trogen („Zellweger älter & Comp.“), Lyon, und Genua (“Zellweger & Honnerlag“). Diese handelten von 1717-1855 mit Baumwolle aus Saint-Domingue, Guyana, Georgia, Louisiana und „Maragnon"-Baumwolle aus Brasilien (welche via Lissabon und Genua importiert wurde) und weiteren Kolonialwaren. 1804 schmuggelte die Firma Zellweger trotz Napoleons Kontinentalsperre englische Baumwollgewebe, Zucker und Kaffee ins Piemont. Den riskanten Warentransport tätigte sie zusammen mit den Gebrüdern Merian aus Basel und der Firma Custer. Sie machten hohen Gewinn und kamen, als dies ans Licht kam, mit einer glimpflichen Strafe davon. Die Zelllwegersche Spinnereifabrik eröffnete zwischen 1800-1810 in Trogen, und verarbeitete Baumwolle aus Georgia, Louisiana, Maragnon (Brasilien) und der Levante. Jacob Zellweger-Wetter hinterliess bei seinem Tod ein Vermögen von 2 Millionen Gulden.
Ziegler & Rollier, Ziegler le jeune & Cie., Hollard & Schnell, Emanuel Schnell & fils. (Firmen)
18. / 19. Jahrhundert
Bern BE
Bern BE
287
Die Anfänge dieser Firma reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der Name wechselte laufend, zuletzt hiess sie „Emanuel Schnell & fils“. Der wichtigste Unternehmenszweig war Anfangs der Kolonialwarenhandel. Erst von 1830 an wurden ausschliesslich Bankgeschäfte betrieben.
Zollikofer (Sollicoffre) Daniel
1695 - 1775
St. Gallen SG
Lyon (Frankreich)
289
Daniel Zollikofer erwarb Aktien der vom Waadtländer Reeder Solier gegründeten „Compagnie des Indes“.
Burckhardt-Vischer Christoph
1708 - 1789
Basel BS
Basel BS
29
Christoph Burckhardt-Vischer gründete die Firma „Christoph Burckhardt & Sohn“ und war der Vater von Christoph Burckhardt-Merian. Zwischen 1783 und 1818 beteiligten sich die Firmen „Christoph Burckhardt & Sohn“, „Christoph Burckhardt & Cie.“ sowie „Bourcard Fils & Cie.“ an insgesamt 21 Sklavenhandelsexpeditionen, welche total etwa 7'350 afrikanische Sklaven nach Amerika verschifften, von denen ungefähr 1'000 auf der Überfahrt starben. Der Einstieg in den Sklavenhandel erfolgte durch Christophe Burckhardt-Vischer und seinen geschäftlichen Verbindungen zu Schweizer Handelshäusern in französischen Atlantikstädten. Dazu gehörten die Basler Brüder Emmanuel und Nicolas Weis als auch Georges Riedy und Benjamin Thurninger.
Züblin Paulus
1709 - 1760
St. Gallen SG
Berbice (Guyana)
290
Paulus Züblin besass die Plantage „Züblis Lust“. 1749 heiratete er in Fort Nassau, Berbice, 1760 starb er in New Amsterdam. Einer der Söhne von Paulus Züblin verwaltete die Plantage „Schepmoed“, die zur Hälfte Paulus Züblins Frau gehörte; mit 90 Sklaven und 40'000 Kaffeebäumen.
Zubly John Joachim
1725 - 1781
St. Gallen SG
Georgia (USA)
291
John Joachim Zubly stammte aus der St. Galler Familie Züblin, sein Vater David Züblin war mit der Gruppe um Johannes Tobler (mit dessen Tochter Zubly verheiratet war) nach Carolina ausgewandert. Er wurde ein wohlhabender presbyterianischer Pfarrer in Georgia und besass Sklaven. In Savannah, wo er ab 1760 Pfarrer war, gibt es noch heute eine „Zubly Street“.
Zur-Eich Hans Jacob
17. Jahrhundert
Zürich ZH
Ghana
292
Hans-Jacob Zur-Eich war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts während neun Jahren als Schlosser für die „Königlich-Dänisch-Afrikanische Kompanie“ auf zwei Sklavenhandelsforts tätig, dem Fort Frederiksborg und dem vorübergehend in dänischem Besitz Cape Coast Castle im heutigen Ghana. Selbst besass er keine Sklaven, konnte aber als Mitglied der Kompanie über deren Arbeitskräfte verfügen.
Zürich (Stadt)
18. Jahrhundert
Zürich ZH
Zürich ZH
293
Die Stadt Zürich erwarb 1727 120 Aktien der britischen „South Sea Company“, welche am Sklavenhandel beteiligt war.
Zyli & Co. (Firma): Zyli Caspar
1717 - 1758
St. Gallen SG
St. Gallen SG
294
Die Firma „Zyli & Co.“ wurde 1741 von Caspar Zyli als „Leinentuchhandel mit Spedition" gegründet, die Firma handelte mit Textilien und unter anderem mit Baumwolle der Zellweger von Lyon bis Portugal. Später wandelte sich das Unternehmen zu einer Bank, die heute noch besteht - seit 1893 unter dem Namen „Wegelin & Co.“.
Cruchaud François
18. / 19. Jahrhundert
Schweiz
Brasilien
295
André Brugger, François Cruchaud und Nicolas Ott besassen zu dritt eine Kaffeeplantage im Orgelgebirge in der Provinz Rio de Janeiro. Als 1829 Cruchaud starb, bevollmächtigte der schweizerische Konsul in Rio, Auguste de Tavel, zwei ebenfalls dort ansässige Schweizer namens Constantin Fischer und James de Luze mit der Erstellung des Inventars der Plantage. Sie wies über 70’000 Kaffeebäume auf und 55 Sklaven arbeiteten auf ihr. Der Wert der Sklaven schien etwa die Hälfte des Plantagenwerts auszumachen. Vincent Übelhart kaufte Cruchauds Anteil auf, die Hälfte der Plantage, wie der Konsul Tavel bestätigte. Cruchaud schien noch eine weitere Plantage, vermutlich namens „Bom Vallo“, zur Hälfte besessen zu haben, ihm gehörten darauf 35 Sklaven.
Brugger André
18. / 19. Jahrhundert
Schweiz
Brasilien
296
André Brugger, François Cruchaud und Nicolas Ott besassen zu dritt eine Kaffeeplantage im Orgelgebirge in der Provinz Rio de Janeiro. Als 1829 Cruchaud starb, bevollmächtigte der schweizerische Konsul in Rio, Auguste de Tavel, zwei ebenfalls dort ansässige Schweizer namens Constantin Fischer und James de Luze mit der Erstellung des Inventars der Plantage. Sie wies über 70’000 Kaffeebäume auf und 55 Sklaven arbeiteten auf ihr. Der Wert der Sklaven schien etwa die Hälfte des Plantagenwerts auszumachen. Vincent Übelhart kaufte Cruchauds Anteil auf, die Hälfte der Plantage, wie der Konsul Tavel bestätigte.
Ott Nicolas
18. / 19. Jahrhundert
Schweiz
Brasilien
297
André Brugger, François Cruchaud und Nicolas Ott besassen zu dritt eine Kaffeeplantage im Orgelgebirge in der Provinz Rio de Janeiro. Als 1829 Cruchaud starb, bevollmächtigte der schweizerische Konsul in Rio, Auguste de Tavel, zwei ebenfalls dort ansässige Schweizer namens Constantin Fischer und James de Luze mit der Erstellung des Inventars der Plantage. Sie wies über 70’000 Kaffeebäume auf und 55 Sklaven arbeiteten auf ihr. Der Wert der Sklaven schien etwa die Hälfte des Plantagenwerts auszumachen. Vincent Übelhart kaufte Cruchauds Anteil auf, die Hälfte der Plantage, wie der Konsul Tavel bestätigte.
Übelhart Vincent
18. / 19. Jahrhundert
Schweiz
Brasilien
298
André Brugger, François Cruchaud und Nicolas Ott besassen zu dritt eine Kaffeeplantage im Orgelgebirge in der Provinz Rio de Janeiro. Als 1829 Cruchaud starb, bevollmächtigte der schweizerische Konsul in Rio, Auguste de Tavel, zwei ebenfalls dort ansässige Schweizer namens Constantin Fischer und James de Luze mit der Erstellung des Inventars der Plantage. Sie wies über 70’000 Kaffeebäume auf und 55 Sklaven arbeiteten auf ihr. Der Wert der Sklaven schien etwa die Hälfte des Plantagenwerts auszumachen. Vincent Übelhart, vermutlich ebenfalls ein Schweizer, kaufte Cruchauds Anteil auf, die Hälfte der Plantage, wie der Konsul Tavel bestätigte.
Butini Ami
18. Jahrhundert
Genf GE
Surinam
31
Ami Butini studierte Theologie in Genf. 1759 erbte er eine Plantage in Surinam, wo er sich niederliess und heiratete. Auf seiner Plantage in der Region Commewijne beschäftigte er mehrere Sklaven. 1759 kam er zu Besuch nach Genf und schenkte der Genfer Bibliothek Kuriositäten aus Surinam. Darunter befand sich auch eine ausgestopfte Schlange, in wessen Bauch eine Fledermaus war. Diese Fledermaus bezeichnete Butini als „Fötus eines Schwarzen“ und gab dadurch der Auffassung Ausdruck, dass die schwarzen Sklaven eher den Tieren als den Menschen ähnelten. Einige der Kuriositäten, welche Butini in seine Heimatstadt zurückbrachte befinden sich heute im Besitz des Musée d’Ethnographie.
Schweighauser & Dobrée (Firma): Schweighauser Jean Daniel
1714 - 1781
Basel BS
Nantes (Frankreich)
325
Jean Daniel Schweighauser lebte in Nantes, wo er am Importgeschäft von Tabak aus den amerikanischen Kolonien, zudem Zucker, Kaffee, Tee, Baumwolle beteiligt war. 1777 wurde der Franzose Pierre Frédéric Dobrée, welcher eine Schweighauser heiratete, zu seinem Teilhaber. Er führte das Geschäft in Nantes nach dem Tod Schweighausers weiter.
Guex Guillaume Albert
18. / 19. Jahrhundert
Cossonay VD
Le Havre (Frankreich)
327
Guillaume Albert Guex besass zusammen mit dem Londoner Samuel Staples um 1787 die Firma „Staples, Guex & Cie.“, welche mit Kolonialwaren, insbesondere Tabak (aus Maryland via Bristol bezogen), Baumwolle und Zucker handelte. Um 1789 besass er zusammen mit Louis Steinmann die Firma „Guex Steinmann & Cie.“, welche in Le Havre mit Tabak und Baumwolle handelte und Kredite von der Pariser Bank „Delessert & Cie.“ erhielt. Er war von 1821-22 an der Firma „Zangroniz Guex Lataillade & Cie.“ beteiligt, welche bis 1825 bestand und möglicherweise Sklavenschiffe ausrüstete. Das Haus Zangroniz in Bordeaux rüstete jedenfalls von 1819-1825 trotz dem Verbot des Sklavenhandels 6 Expeditionen aus.
Steinmann Louis
1764 - ?
Vevey VD
Le Havre (Frankreich)
328
Um 1789 besass Louis Steinmann zusammen mit Guillaume Albert Guex die Firma „Guex Steinmann & Cie.“ in Le Havre, welche mit Tabak und Baumwolle handelte und Kredite von der Pariser Bank „Delessert & Cie.“ erhielt. Ausserdem war er zusammen mit Henry François Gaccon und Rodolphe Wyss Teilhaber der Firma „Gaccon & Cie.“, welche vermutlich ebenfalls im Kolonialwarenhandel tätig war.
Chaillet
18. Jahrhundert
Neuenburg NE
Surinam
33
Ein gewisser Herr Chaillet besass um 1770 in der Umgebung von Paramaribo eine Plantage.
Delaroche A. Delessert & Cie. (Firma):Delaroche Michel
1775 - 1852
Genf GE
Le Havre, Nantes (Frankreich)
331
Michel Delaroche machte seine Handelslehre in London und Paris. 1802 gründete er in Le Havre eine Handelsfirma zusammen mit Armand Delessert namens „Delaroche A. Delessert & Cie.“ mit Kapital der Pariser Bank „Delessert & Cie.“. Sie importierten Baumwolle, hauptsächlich aus Havanna und Brasilien (Bahia, Maranhão, Pernambuco), aber auch aus den Südstaaten der USA. „Delaroche A. Delessert & Cie.“ verlegte die Geschäfte zwei Jahre später aufgrund der Kontinentalsperre nach Nantes. 1804 heiratete Michel Delaroche auch Cécile Henriette Madeleine Delessert, die Tochter von Paul Benjamin Delessert. 1814 kehrte er mit seiner Familie zurück nach Le Havre, wo er Schiffe kaufte und die Firmengeschäfte, insbesondere den Baumwollhandel, wiederaufnahm. Nach einer ersten Expedition ihres Sklavenschiffs „Actif“ 1815 schien „Delaroche A. Delessert & Cie.“ nicht mehr an Sklavenexpeditionen teilgenommen zu haben, da ihnen dieser mittlerweile verbotene Handel zu riskant war. 1830-31 war Michel Delaroche Bürgermeister von Le Havre und von 1830-1848 Präsident der dortigen Handelskammer.
Rohner Jean Christophe
1736 - ?
Basel BS
Le Havre (Frankreich)
333
Jean Christoph Rohner kam 1755 nach Le Havre, wo er im Handel tätig wurde. Er verkaufte die in Le Havre ankommenden Kolonialwaren weiter nach Nordeuropa.
Oppermann Mandrot & Cie. (Firma): Mandrot Bernard de
1778 - 1848
Morges VD
Le Havre (Frankreich)
334
Der aus der Schweiz stammende Pariser Bankier Oppermann eröffnete zusammen mit seinem Teilhaber Bernard de Mandrot 1815 eine Filiale in Le Havre. Kredit dafür erhielten sie von „Pourtalès & Cie.“. Sie betrieben Handel mit den Kolonien in Asien und Nordamerika, woher sie Baumwolle importierten. Mandrot, verheiratet mit Marie Louise Cécile de Luze, führte die Filiale in Le Havre auch nach seiner Trennung von Oppermann 1826 weiter.
Oboussier Jean Antoine
1766 - 1819
Lausanne VD
Bordeaux (Frankreich)
335
Jean Antoine Oboussier erreichte Le Havre 1793. Er führte die Familienbank seines Vaters weiter. Oboussier verliess Le Havre noch im selben Jahr wieder, um in Bordeaux zusammen mit dem Schweden Olof Reinicke eine Handelsfiliale zu eröffnen, um Handel mit den französischen Kolonien in Amerika zu treiben.
Thurninger frères & Cie.
18. / 19. Jahrhundert
Basel BS
Le Havre (Frankreich)
337
Die Brüder George Thomas Philippe und Daniel Thurninger (1758 - 1803) wurden bei ihrer Firmengründung in Le Havre 1783 unterstützt vom Pariser Bankier Paul Sellonf und der Firma „Riedy & Thurninger“ in Nantes, woher sie französische Indiennes für die Lieferung an Sklavenschiffe erhielten. An ihrer Firma „Thurninger frères & Cie.“ war auch François Joseph Kien beteiligt. Sie handelten mit Kolonialwaren, unter anderem mit Zucker aus Saint-Domingue.
Sellonf Paul
18. / 19. Jahrhundert
St. Gallen SG
Paris (Frankreich)
338
Paul Sellonfs Bankhaus „Sellonf & Cie.“ unterstützte die Brüder George Thomas Philippe und Daniel Thurninger finanziell bei der Gründung ihrer Firma „Thurninger frères & Cie.“ in Le Havre 1783, welche im Kolonialwarenhandel tätig war. Sellonf assoziiert sich mit Jean Conrad Hottinguer nach dessen Bruch mit Denis de Rougemont.
Roth Jean Georges
1748 - 1797
Basel BS
Le Havre (Frankreich)
339
Jean Georges Roth war seit 1773 bis zu seinem Tod Kolonialwarenhändler in Le Havre.
Champion Albert
19. Jahrhundert
Kanton VD
Bahia (Brasilien)
34
Albert Champion besass Sklaven, 8 davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Mérian Jean Georges
18. / 19. Jahrhundert
Basel BS
Le Havre (Frankreich)
340
Seine Firma hiess „J. G. Mérian & Cie.“ und importierte unter anderem Baumwolle aus Brasilien. Jean Georges Mérian arbeitete mit den Brüdern Merian in Basel zusammen. Von 1802-1803 führte J.G Mérian in Le Havre das Handelshaus „J.G Merian& R Vacquerie, welches ebenfalls Sklavenschiffe ausstattete. Während des Krieges wechselte die Firma nach London, kam aber nach Kriegsende zurück nach Havre.
Duroveray François Etienne
18. / 19. Jahrhundert
Genf GE
Le Havre (Frankreich)
341
Duroveray kam 1815 nach Le Havre, wo er zuerst bei „Delaroche A. Delessert & Cie.“ arbeitete. Dann gründete er mit dem Franzosen D’Ivernois ein eigenes Handelshaus unter dem Namen „Duroveray d’Ivernois & Cie.“, ab 1824 unter dem Namen „Duroveray & Cie.“. Zwischen 1817 und 1830 betrieb Duroveray Handel mit Kolonialwaren aus Brasilien und den Antillen.
Marck Jean-Werner
ca. 1717 - ?
Basel BS
Le Havre
342
Marck kam 1752 als Konsul des preussischen Königs nach Le Havre. Er war ein etablierter Bankier in Paris, wo er bis 1769 mit Jean-Henri Eberts zusammenarbeitete. Marck gab der Kolonialwarenfirma von Jean-Christophe Rohner Kredit und war eine wichtige Person im Handel zwischen den französischen Häfen und Nordeuropa.
Schmid
18. / 19. Jahrhundert
Bellikon AG
Mosambik
343
Herr Schmid kam 1819 als Hauptmann in portugiesischen Diensten nach Rio de Janeiro. 1824 wurde er als Gouverneur nach Delagoa-Bai in Mosambik geschickt. Er sollte den Handel mit Sklaven und Elfenbein mit allen anderen ausser portugiesischen Schiffen unterbinden. Da über ihn von anderen Europäern Beschwerden eingingen, wurde er 1826 abgesetzt. Wie alle anderen portugiesischen Gouverneure an der Ostküste Afrikas hatte auch er sich an dem mittlerweile illegalen Sklavenhandel bereichert. 1828 kehrte er nach Rio de Janeiro zurück.
Lefort Isaac
1643-1721
Genf GE
Genf GE
344
Isaac Lefort stammte aus einer Genfer Händler- und Drogistenfamilie und spezialisierte sich auf den mediterranen und transatlantischen Kolonialwarenhandel. 1683 liess er auf einem französischen Schiff eine Ladung Kaffee nach Marseille kommen, aber sie wurde beschlagnahmt. Auch sonst verliefen seine Geschäfte unglücklich. Im Konkurrenzkampf mit seinem Gegner François Fatio verspekulierte er sich und ging 1697 Bankrott, worauf er aus Genf floh. Er liess sich zunächst in Strassburg und Lyon nieder und kehrte nach Genf zurück, wo er 1721 hoch verschuldet starb.
Chopard Louis Jules
19. Jahrhundert
Schweiz
Brasilien
345
1830 wurde ein Inventar der Kaffeeplantage von Chopard in San Anna do Macacù am Fusse des Orgelberges in Brasilien erstellt: Er besass 14’000 Kaffeestäucher sowie fünf männliche und fünf weibliche Sklaven.
Montet, Henry & Cie.
Schweiz
Bordeaux (Frankreich)
346
Die Firma „J. Montet, Henry & Cie.“ wurde von den Neuenburger Abraham Henry und seinem Schwiegervater Jacques Montet geführt. Sie verdiente ihr Geld mit Auslandsinvestitionen - unter anderem in Sklavenschiffe - und im Überseehandel generell. Zwischen 1774 und 1790 führte die Firma Sklavenexpeditionen durch. Diese wurden zwischen 1787 und 1790 von Bordeaux aus durchgeführt. Auf zwei der Fahrten wurden 296 Sklaven in Afrika eingetauscht, wovon 33 auf der Überfahrt verstarben. Für die Ausrüstung ihrer Expeditionen bezogen sie unter anderen Stoff von der in Bordeaux ansässigen Firma „Porchet & Cie.“, welche von einem Neuenburger gegründet wurde. „Porchet & Cie.“ war spezialisiert auf die Produktion von „guinées bleus“, einer Art von Indiennes, welche besonderes Anklang im Sklavenhandel fand. Später wurde die Firm in Montet, Henry et Bellamy umbenannt. Bellamy war ein Mischling, der auf St. Domingue geboren wurde und ab 1763 im Briefkontakt mit Montet stand. 1791 wurde „Montet, Henry et Bellamy“ liquidiert und Bellamy führte das Geschäft unter dem Namen „Bellamy et Compagnie“ weiter.
Roger Urbain
1726-1791
Genf
Genf / Kopenhagen
349
Die hugenottische Familie Roger stammte ursprünglich aus Gex und floh 1686. Der Urenker Urbain Roger war als Händler in Nyon und Genf tätig und wurde 1757 Bürger von Genf. Er war als Finanzberater des dänischen Königs tätig. 1760 vermittelte Urbain Roger dem dänischen König Frederik V einen Kredit von 1'500'000 Pfund. Dieses Geld stammte aus Investitionen von mehreren Genfer und weiteren Schweizer Bürger. Mit diesem Geld erwarb sich der dänische Staat die Antillischen Inseln St. Thomas, St. John und St. Croix, wobei St. Thomas besonders durch seinen Sklavenmarkt bekannt war. 1780 stellte Urbain Roger Dänemark einen zweiten Kredit aus, dieses Mal mit hauptsächlich Berner und Zürcher als Geldgeber. Dieses Geld investierte Dänemark in seine Seeflotte um seinen Handelsschiffen, darunter auch Sklavenschiffen, Schutz zu gewähren.
Chaudoux Théodore
18. Jahrhundert
Schweiz
Biel BE
35
Théodore Chaudoux kaufte 1775 eine Textilfabrik in Biel (Bielschüss) und produzierte Indiennes für die Firma „Pourtalès & Cie.“.
Auguste de Stael
1790-1827
Genf
Frankreich
350
Auguste de Stael war der Sohn der Schriftstellerin Germain de Stael. Er setzte den Kampf seiner Mutter für die Abolition fort. Seine Vorgehensweise war jedoch einiges militanter und provokativer. Eine seiner Aktionen war eine Reise nach Nantes 1825, wo er bei Ausrüsterer von Sklavenschiffen Sklaveneisen und Folterinstrumente beschlagnahmte und diese in der Öffentlichkeit zeigte. Damit erhoffte er sich wachsendes Entsetzen über die Unmenschlichkeit der Sklaverei. Zu diesem Zeitpunkt war der Sklavenhandel bereits illegal, wurde jedoch weiterhin von Nantes aus betrieben. Augustes Aktion führte zu verstärkten Kontrollen von ausfahrenden Schiffen und einer genaueren Analyse deren Inventar um Rückschlüsse auf Sklavenhandel schliessen zu können.
Pierre Peter Thellusson
1735-1797
Genf
London
351
Peter Thellusson war der Sohn von Isaac de Thellusson. Er ging 1760 nach London, wo er als Händler und Bankier tätig wurde. Um sein Geschäft aufzuziehen hatte er zusätzlich zu den Familienbeziehungen einen Kredit der Bank Thellusson und Necker. Diese wurde zu dem Zeitpunkt von Jacques Necker und George Tobie Thellusson, dem Bruder von Peter, geführt. Seine Geschäfte spielten sich hauptsächlich im Umfeld des Sklavenhandels ab. Eine wichtige Tätigkeit war die Kreditvergabe an Plantagenbesitzern in den karibischen Kolonien, hauptsächlich auf den Inseln Grenadines, Guadeloupe und Martinique. Oft war eine Kreditvergabe an Bedingungen geknüpft, wie der Kauf einer bestimmten Menge von Sklaven, da dies als ausschlaggebend für eine rentierende Plantage betrachtet wurde, oder auch die Bedingung des Verkaufs des landwirtschaftlichen Ertrags an Thellusson. Im Falle des Bankrottes seiner Gläubiger fiel der Besitz an Thellusson. Daher war er für kurze Zeit Plantagenbesitzer, jedoch stets mit dem Ziel, diese baldmöglichst zu verkaufen. Ebenso handelte Thellusson mit Kolonialwaren, insbesondere Zucker, Kaffee, Kakao und Baumwolle. Diese stammte entweder von seinen Gläubigern, oder Kunden, welche Thellusson mit dem Verkauf auf Kommission beauftragte. Um den Profit mit dem Zuckergeschäft zu maximieren, beteiligte er sich ebenso mit Krediten an der Konstruktion und Unterhalt von Zuckerraffinerien in England. Auch am Sklavenhandel an sich war Thellusson beteiligt. Einerseits bot er sich für Ausrüsterer für die Beschaffung von Perlen und Kaurimuscheln an, welche als Tauschmittel gegen Sklaven in Afrika verwendet wurden. Andererseits vergab Thellusson Kredite an Ausrüsterer von Sklavenschiffen wie Campbell und Hayes. Da sich diese Ausrüsterer zeitweise verschuldeten und die Kredite nicht zurückbezahlen konnten, wurde Thellusson der Besitz von Schiffen überschrieben. Dazu gehörte beispielsweise 1766 das Schiff Penelope, welches 300 Sklaven von Anomabu (Ghana) nach Kingston (Jamaika) deportierte. Eine weitere Tätigkeit bezog sich auf die Versicherungen von Schiffen. Dabei konzentrierte er sich auf die Warenschiffe, welche Kolonialwaren von der Karibik nach Europa transportierten. Nach seinem Tod übernahmen Peters Söhne Peter Isaac Thellusson und George Woodford Thellusson das Geschäft. Ein wichtiger Teil ihres Geschäfts blieb der Karibische Handel, besonders durch die Versicherung von Schiffen.
Germaine de Stael
1766-1817
Genf
Frankreich und Schweiz
352
Die Tochter des Genfers Jacques Necker, dem französischen Finanzminister, war das Zentrum der „Group de Coppet“, einer Gruppe von Schriftstellern. In dieser Gruppe trafen sich Benjamin Constant, Victor de Broglie, Jean-Charles Léonard Sismondi und Germaine’s Sohn Auguste regelmässig. Zunächst erwies sich die Gruppe hauptsächlich als Opposition zu Napoleon, begann sich aber vermehrt am Kampf gegen den Sklavenhandel zu engagieren. Germaine de Stael stand in Kontakt mit dem englischen Abolitionist William Wilberforce und übersetzte 1814 seine Broschüre über den Sklavenhandel auf Französisch. Stael’s Engagement richtete sich eher gegen den Sklavenhandel als an die Sklaverei an sich. Dies zeigte sich unter anderem in ihrem Appell an die Regierungsversammlung in Paris 1814. Darin lobte sie England für den Schritt zur Aufhebung des unmenschlichen Sklavenhandels. Gleichzeitig distanziert sie sich nicht ausdrücklich von der Sklaverei. So bringt sie als Argument für die Aufhebung des Sklavenhandel, die kontinuierliche Prosperität der englischen Kolonien Englands nach der Abolition des Handels , da sich die Sklaven gut weitervermehrten und daher die nötigen Arbeiten erledigen. Ihr Sohn Auguste (1790-1827) führte das Engagement für die Abolition weiter.
Jean Charles Léonard Sismondi
1773-1842
Genf
Schweiz
353
Der Ökonom und Historiker Sismondi war Mitglied der „Group de Coppet“. Nebst wirtschaftlichen und historischen Studien verfasste er Theorien zur Gleichheit der Menschen. Er war überzeugt, dass alle Menschen gleichberechtigt waren, und nur durch die Emanzipation aller Menschen eine Nation prosperieren kann. Basierend auf dieser Überlegung engagierte er sich für die Aufhebung der Sklaverei. Diese betrachtete er nicht nur als unmoralisch, sondern auch als wirtschaftlich falsch. Sismondi vertrat die Meinung, dass die Sklavenhaltung weder rentabel noch kompetitiv sei. Sismondi forderte eine graduelle Abolition. Die Sklaven sollten nicht auf einen Schlag frei werden und alle Bürgerrechte erhalten, sondern zunächst von ihren Besitzer geschult werden, bis sie zu verantwortungsvollen und selbstständigen Bürgern werden.
Jean Tourton
1642
Genf
Amsterdam
354
Die Hugenotten Familie Tourton stammte ursprünglich aus Lyon. 1663 schickte sein Vater Jean nach Hollande in die Lehre und später für eine Weiterbildung zu seinem Onkel Léonard Guiguer. 1670 kehrte er nach Holland zurück und liess sich definitiv in Amsterdam nieder. Tourton besass gemeinsam mit dem Genfer François Fatio eine Plantage in Surinam, mit Mühlen, Sklaven und Treibhäuser. 1698 rekrutierte Fatio einen Apotheker, zwei Chirurgen und Schreiner für die Plantage und schickte diese zu Tourton nach Amsterdam für weitere Instruktionen. Die Plantage selbst wurde vor Ort von einem gewissen Herrn Sartori verwaltet. Ebenso besass er die Kaffeeplantage Tourtonne, nach welcher heute ein Stadtteil von Paramaribo, der Hauptstadt Surinams benannt ist. Sein Neffe Jean Andre Tourton führte die Plantage. Jean Tourton hatte weitreichende Beziehungen zu Surinam. So hatte er engen Kontakt zur Sociëteit van Surinam. Diese Gesellschaft wurde 1683 gegründet und gehörte je zu einem Drittel der Stadt Amsterdam, der West Indian Compagny und der Familie Aerssen of Sommelsdijck. Sie galt als rechtmässigen Besitzer von Surinam und teilte sich die Kosten und Gewinne der Kolonie. Einen Grossteil der Gewinne wurden im Sklavenhandel erzielt.
Louis Tourton
18. Jahrhundert
Genf
Paris
355
Der Sohn von Jean Tourton gründete gemeinsam mit Christophe Jean Baur 1740 die Bank „Tourton et Baur“ in Paris, welche durch die Filiale „Morin et de Larue“mit Händler in Nantes verknüpft war. Dazu gehörten bedeutende Ausrüsterer wie Grou und Michel. 1748 stieg „Tourton & Baur“ in die von Antoine Vincent Walsh gegründete „Société pour le commerce de la traite des nègres à la côte d’Angola et de là aux îles de Saint Domingue“, kurz „Société d’Angole“, ein. Das Startkapital diente dem Erwerb für mehrere Schiffe, die für den Transport von Sklaven von Angola in die Neue Welt eingesetzt werden sollten. Die Gesellschaft war in Paris für eine Dauer von drei Jahren gegründet worden. In dieser Zeit führte Walsh 27 Sklavenexpeditionen durch, wobei 24 der „Société d’Angole“ gehörte.
Emmanuel Ricou
1794-
Prilly
Brasilien
357
Ursprünglich aus Prilly (VD) stammend kam Ricou 1794 als Pfarrerssohn in Basel zur Welt. Von Bordeaux aus erreichte er 1817 Rio de Janeiro und liess sich 1819 in Pernambuco nieder, wo er das Handelshaus „Ricou & Boilleau“ leitete, welches ebenfalls eine Niederlassung in Paris unterhielt. „Ricou & Boilleau“ exportierte brasilianische Baumwolle und importierte Schweizer Uhren und Stoffbänder aus Basel von der Firma „Fortcart-Weiss & Fils“. Die Geschäfte wurden 1833 vom Hamburger Adolphe Schramm übernommen. Zwischen 1828-1834 war Ricou Schweizer Konsul in Pernambouco. Als Schweizer Konsul nahm er ähnliche Positionen ein wie seine Vorgänger und Nachfolger. Er sprach sich gegen eine massive Auswanderung von Schweizern nach Brasilien aus und setzte sich für die Rechte der europäischen Einwanderer ein. Bei einer Masseneinwanderung von mittellosen Schweizern fürchtete er die Degradierung der Schweizer auf den Stand der Sklaven. Nach ihm sollte der Kontakt mit den Schwarzen unbedingt vermieden werden, da sonst die Sünden der Sklaven ansteckend sein könnte. Er bezeichnete die Sklaven als faul und nur anzutreiben durch gelegentliche Züchtigung. 1834 liess er sich definitiv wieder in der Schweiz nieder und übernahm mit Louis Gerdret die Geschäfte von Jules Hollard. Gemeinsam gründeten sie „E.Ricou & L.Gerdret“ welche zwischen 1837 und 1846 in Paris und Le Havre ihre Niederlassungen hatten. Die Handelsfirma war aktiv im Import von Brasilianischem Kaffee und anderen Kolonialwaren. In der Schweiz war Ricou Mitglied der Handelskammer des Kantons Waadt.
Charles-Louis Borrel
1776-1852
Neuchâtel
Brasilien
358
Der Neuenburger Borrel hatte zu Beginn des 19.Jahrhunderts finanzielle Verluste erlitten und suchte nach einer neuen Einkommensquelle um seine acht Kinder durchzubringen. Bei seinem Schwager Auguste Gouhard, Handelsmann in Lisabonne und Teilhaber von Meuron & Cie. in Bahia erkundigte er sich um die Möglichkeit einer Auswanderung nach Brasilien. Daraufhin beauftragte er Pierre-Henri Béguin und Philippe Huguenin wie auch sein 15 jähriger Sohn Eugène Adolphe eine Kaffeeplantage in der Nähe von Rio de Janeiro zu errichten und dafür Sklaven zu erwerben. Drei weitere Söhne, Louis César Alexis, Charles-Henri und Gustave Adolphe, reisten 1823 ebenfalls nach Leopoldina. 1826 besuchte der Vater seine Söhne in Brasilien.
Chevalier Jean
? - 1780
Kanton VD
Surinam
36
Jean Chevalier besass zusammen mit Pastor Sugnens die Zuckerplantagen „La Liberté“ und „Accaribo“ in Surinam mit mindestens einem Dutzend Sklaven. Von spätestens 1737-1770 waren sie in seinem Besitz. Chevalier holte seinen Neffen Jean Samuel Guisan nach Surinam.
Karl Ludwig von Haller
1768-1854
Bern
Europa
360
Karl Ludwig von Haller war der Enkel von Albrecht von Haller. Er wandte sich gegen das Prinzip des Gesellschaftsvertrags von Rousseaus. Gemäss von Haller war die naturgegebene Ungleichheit lediglich eine Illusion. Stattdessen stellte er die Herrschaft des Stärkeren über den Schwächeren als gottgewollt dar. 1818 verfasste er sein Werk „Restauration der Staatswissenschaft“ in welchem er u.a auf Kritiken am Sklavenhandel reagiert. Darin stellte er Sklavenhandel als „beständige Dienstbarkeit“ im Gegenzug zu „beständigem Lebensunterhalt“ dar. Deswegen sah er im Sklavenhandel nichts allzu unmenschlich oder hartes. Er ging soweit, dass er die Sklaverei als etwas Menschliches darstellte, wodurch Feinde nicht getötet, sondern ihnen die Möglichkeit gegeben wurde „beständige Dienste“ zu verrichten. Nach ihm verkaufte man nicht Sklaven an sich, sondern lediglich das Recht auf Arbeit. Dieses Werk wurde am preussischen Königshof regelmässig konsultiert und zudem ins Französisch, Italienische und Lateinisch übersetzt. Es beeinflusste u.a Thomas Carlyle in dessen Schrift „Occasional Discours on the Nigger-Question“.
Augustin Roguin
1768-1827
Yverdon
Marseille
365
1786 wurde Augustin Kommis seines Onkels Louis D’Illens in Marseille. Bereits 1791 stieg er zum Geschäftspartner auf, wodurch die Firma in „D’Illens, van Berchem, Roguin et Cie.“ umbenannt wurde. Die Firma war aktiv im Sklavenhandel. So wurde zur Zeit von Roguin’s Beteiligung mindestens eine Sklavenexpedition durchgeführt, bei der 386 Sklaven deportiert wurden. 1793 wurde er verhaftet, da er 1789 als Leutnant der Marseiller Bürgerwehr gewirkt hatte. Er kam jedoch bereits nach einem Jahr frei und liess sich in Paris nieder. Dort gründete er 1797 die Firma „Frossard, Duthon, Roguin et Cie..“. Roguin kehrte in die Schweiz zurück und war von 1815-1827 Stadtrat und 1815-1824 Bürgermeister von Yverdon.
Chiffelle
18. Jahrhundert
La Neuveville BE
Surinam
37
Herr Chiffelle verwaltete seit etwa 1750 bis mindestens 1770 die Plantagen „La Liberté“ und „Accaribo“ von Chevalier und Sugnens.
Clavière Etienne
1735 - 1793
Genf GE
Genf GE
38
Die Hugenotten-Familie Clavière stammte ursprünglich aus Gap. Etiennes Vater, Jean-Jacques Clavière floh 1724 nach Genf und wurde Genfer Bürger. EEr war aktive im Gewebehandel und erziehlte insbesondere 1746 grosse Gewinne durch den Verkauf von Stoffen an die Compagnie des Indes. Bevor Etienne in der Firma des Vaters aktiv wurde, absolvierte er eine Lehre in Deutschland, Holland und England. Nach dem Tod seines Vaters erbte Etienne ein beachtliches Vermögen. Dieses Vermögen vermehrte er durch Spekulation mit Aktien der „Französischen Ostindien-Kompanie“, welche die Sklaverei auf Réunion und Mauritius eingeführt hatte. Vermehrt wurde Etienne politisch aktiv. 1788 gründete er gemeinsam mit Jacques Pierre Brissot die Société des Amis des Noirs. Ziel war die Abolition des Sklavenhandels und die langsame Aufhebung der Sklaverei. Die Société war jedoch der Kolonialisierung positiv gesinnt. Die Mitglieder betrachteten die Kolonialisierung Afrikas als langfristig wirtschaftlich rentabler als die Weiterführung der Plantagenwirtschaft in der Neuen Welt. Statt dessen sollte Frankreich sich Territorien in Afrika aneignen, da der Kontinent als reich an Rohstoffen und produktiv für die Landwirtschaft galt. Um jedoch Afrika zu bewirtschaften brauche es Arbeitskräfte. Diese Arbeitskräfte sollten aber keine Sklaven sein, sondern freie Menschen, die von den Franzosen durch Bildung und Erziehung profitieren sollten. Etienne war von 1792 bis 1793 Finanzminister Frankreichs. 1793 wurde er verhaftet und beging im Gefängnis Selbstmord
Colladon Jacques-Théodore
18. Jahrhundert
Genf GE
Guadeloupe
39
Jacques-Théodore Colladon betrieb Handel mit den Antillen. Seine Waren bezog er von Händlern aus Genf, Zürich, Lyon und Neuenburg. Zu seinen Lieferanten gehörten unter anderem die Indiennes-Produzenten De Luze & Meuron und Pourtalès & Cie. Mehrere Schiffe die mit Colladon’s Waren beladen waren, wurden unterwegs gekapert. Da er dadurch enorme Verluste erlitt, wanderte er 1759 in die Antillen aus und liess sich 1765 in Basse-Terre, Guadeloupe nieder. Dort war er als Händler tätig und bezog dabei unter anderem Kredite der Bank „Thellusson & Necker“. Ebenfalls besass er in Guadeloupe Plantagen.
Ammann (Firma): Amman Johann Jacob, Amman Hans Jacob und Sohn Ammann Johann Heinrich
1748 - 1779 (Firma)
Schaffhausen SH
Schaffhausen SH
4
Die wichtigsten Handelswaren von 1748-79 des Hauses „Amman“ waren: 1. Indigo (57,1%) (aus Saint-Domingue, Brasilien, South Carolina, bezogen von französischen Häfen, unter anderem durch die Firma „Pelloutier & Cie.“ in Nantes), 2. Baumwolle (8%) (aus niederländischen Häfen; aus Berbice / Surinam und weiteren französischen und niederländischen Kolonien), 3. Zucker (4,8%) (aus Amsterdam), 4. Kaffee (4,3%) (aus Saint-Domingue, Martinique, französischen Häfen, unter anderem von Jean Georges Streckeisen in Bordeaux), 9. Tabak (1,4%), 24. Farbholz (0,3%), darunter Brasilholz aus Pernambuco. Während der Vater Johann Jacob fast ausschliesslich Warenhandel betrieb, wandelte sich das Geschäft des Sohnes immer mehr dem Geldhandel zu.
Conrad Vincent
1745 - 1792
Kanton GR
Surinam
40
Vincent Conrad lebte mindestens 20 Jahre in Surinam, davon war er vier Jahre Direktor und Administrator auf der Plantage „Mara“, welche 160 Sklaven hatte. „Mara“ war einmal ganz ruiniert gewesen und warf nun aber mehr als 100'000 Pfund Kaffee ab. Conrad führte Johann Konrad Winz in die Plantagenwirtschaft in Berbice ein, er wollte ihm 10 Sklaven leihen als „Startkapital“ für eine eigene Plantage. Conrad heiratete 1776 in Fort Nassau, Berbice. Dort starb er auch 1792, vermutlich auf der Plantage „Prosperitie“.
Cottin
Genf GE
Genf GE
42
Die Bankiers Cottin spekulierten mit Aktien im Dreieckshandel. Wahrscheinlich unterstützten sie die beiden Sklavenhändler David und Abraham Gradis.
Coulon Paul
1731 - 1820
Neuenburg NE
Paris (Frankreich), Grenada
43
Die Coulons waren hugenottische Flüchtlinge und seit 1767 Bürger von Neuenburg. 1754 flüchtete Paul Coulon aus religiösen Gründen nach Genf, wo er eine Anstellung bei „Plantamour & Rivier“ erhielt. 1760 ging er nach Neuenburg und wurde Partner des Kaufmanns Jacques-Louis de Pourtalès. 1796 gründete er ein Handelshaus mit Sitz in Paris. Dieses leitete er von Neuenburg aus, sandte aber seinen Neffen, seinen Schwiegersohn und später seine drei Söhne nach Paris. 1813 musste das Handelshaus seine Türen schliessen, die Familie Coulon blieb aber weiterhin in Bankwesen, Handel und Industrie tätig. Zusammen mit Jacques-Louis Pourtalès und Johann Jakob Thurneysen kaufte Coulon 1770 einige Plantagen auf Grenada. Die Plantagen hiessen „Bellair“, „Mont Saint-Jean“, „La Conférence“, „Clavier“ und „Larcher“ und produzierten bis 1797 auf 1'700 Morgen Land mit je 100-200 Sklaven Zucker, Kaffee, Baumwolle und Kakao. François und Pierre de Meuron verwalteten die Plantagen. Im Zuge der französischen Revolution erhoben sich die Sklaven. Die verwüsteten Plantagen wurden 1797 an einen Engländer verkauft. 1807 kaufte Paul Coulon von seinem Gewinn das Château de Malessert, 1808 das Château d'Eclépens, 1812 die Montagnes la Pidouze et le Thévenon, 1814 ein Weingut in Féchy sowie die Güter Aubonne und Buchillon und 1815 die Domaine de Chanivaz, alles im Kanton Waadt. Coulons Haus im Faubourg-de-l'Hôpital in Neuenburg befindet sich, wie auch andere Liegenschaften, darunter das Château d'Eclépens, noch immer im Besitz der Familie.
Cousandier Auguste
19. Jahrhundert
Kanton NE
Bahia (Brasilien)
44
Auguste Cousandier besass Sklaven, 10 davon schickte er 1876 zusammen mit anderen Schweizer Pflanzern als Teil eines Kontingents, um eine Strasse in Leopoldina zu reinigen.
Däniker Heinrich und Frau Däniker-Haller Cécile
1795 - 1866 und 1816 - 1887
Zürich ZH
Rio de Janeiro (Brasilien)
47
Heinrich Däniker wanderte nach Brasilien aus, ab 1827 stieg er in den Textilhandel ein, unter anderem exportierte er auch Kaffee. Das Ehepaar Däniker besass Sklaven zum Warentransport und im Haushalt, zwei davon hiessen Caetano und Antonio. Letzerem widmete Cécile Däniker nach seinem Tod ein Gedicht.
Dapples Benjamin Samuel
19. Jahrhundert
Kanton VD
Rio de Janeiro (Brasilien)
48
Benjamin Samuel Dapples führte Auguste de Meurons auf Sklavenarbeit basierende Tabakfabrik in Rio de Janeiro. In den 1840ern baute er selbst eine Tabakfabrik auf, in Andarahy Pequeno nahe Rio.
De Candolle, Lavit & Cie. (Firma)
18. Jahrhundert
Genf GE
Genf GE
49
Die Firma „De Candolle, Lavit & Cie.“ betrieb Indiennes-Handel, gewährte Kredite an Schifffahrtsexpeditionen nach Asien und arbeitete mit einer Firma zusammen, die sich am Sklavenhandel in Moçambique beteiligte. Beteiligt an dieser Bank waren Horace-Bénédict de Saussure (1740-1799), ein berühmter Naturforscher und vermutlich Jean-François Lavit.
Jacques Mallet
1724-1815
Genf GE
Genf GE
5
Die hugenottische Familie Mallet floh 1558 von Rouen nach Genf. Dort war sie zunächst im Textil- und Kolonialwarenhandel tätig, wandelte ihr Geschäft jedoch nach und nach zur Bank. Isaac Mallet ging 1713 nach Paris und gründete ein Bankgeschäft für Schweizer Kunden. 1750 wurde diese Bank von Isaacs Sohn Jacques Mallet (1724-1815) übernommen und in „Mallet Père, Fils & Cie.“ umbenannt. Ab 1770 hatte die Bank Korrespondenz zu 50 europäische Städten, die ihr Informationen für erfolgreiche Investitionen und Wechselhandel lieferten. Unterschiedliche Sklavenhändler besassen Konten bei ihrer Bank. Auch wurden an Ausrüsterer Kredite vergeben. 1791 gewährte Mallet Fruchard einen Kredit. Im selben Jahr rüstete Fruchard das Sklavenschiff „Bon Père“ aus, welches 390 Sklaven verschleppte. Auch direkt war die Bank „Mallet Père, Fils & Cie.“ im Sklavenhandel engagiert. Dies durch Anteile an sechs Sklavenschiffen, welche insgesamt 20 Expeditionen unternahmen.
Delessert & Cie., Delaroche A. Delessert & Cie. (Firmen): Delessert
18. / 19. Jahrhundert
Cossonay VD
Le Havre, Lyon, Paris (Frankreich)
50
Die Familie Delessert stammte aus dem Kanton Waadt mit Bürgerrecht in Oron und später Cossonay. Der ebenfalls in Cossonay geborene Benjamin (1690-1765) wanderte nach Lyon aus, wo er eine Handelsfirma gründete. Seine Söhne Jean Jacques (1731-1817), Etienne (1735-1816) und Paul Benjamin (1738-1818) übernahmen die Firma. Etienne zog nach Paris und eröffnete die Bank „Delessert & Cie.“, welche später von seinem Sohn Jules Paul Benjamin Delessert (1773-1847) übernommen wurde. Die Bank vergab Kredite in Frankreich, unter anderem an die Kolonialwarenhändler „Guex Steinmann & Cie.“ und „Delaroche A. Delessert & Cie.“ in Le Havre. Die „Delaroche A. Delessert & Cie.“ war 1802 mit Kapital von „Delessert & Cie.“gegründet worden. Gründer waren Paul Benjamins Sohn Jacques Armand Delessert (1780-1859) und Michel Delaroche, welcher Armands Schwester Cécile Henriette Madeleine Delessert (1786-1851) geheiratet hatte. „Delaroche A. Delessert & Cie.“ importierte Baumwolle, hauptsächlich aus Havanna und Brasilien (Bahia, Maranhão, Pernambuco), aber auch aus den Südstaaten der USA. Die Firma finanzierte 1815 das Sklavenschiff „Actif“ welches in Cayenne 192 Sklaven verkaufte. 42 Sklaven waren auf der Überfahrt verstorben. Nach dieser Expedition schien „Delaroche A. Delessert & Cie.“ nicht mehr an Sklavenexpeditionen teilgenommen zu haben, da ihnen dieser mittlerweile verbotene Handel zu riskant war.
DeLuze, Meuron & Cie. (Firma): DeLuze-Chaillet Jean-Jacques
18. Jahrhundert
Neuenburg NE
Neuenburg NE
51
Jean-Jacques DeLuze-Chaillet besass zwei Indienne-Manufakturen im Kanton Neuenburg. Er gründete 1747 die Gesellschaft „DeLuze, Meuron & Cie.“.
Deucher Jean und Jean-Georges
17. / 18. Jahrhundert
Steckborn TG
Paris (Frankreich)
52
Die Brüder Jean (1673 - 1747) und Jean-Georges Deucher spekulierten mit Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Sie machten enorme Gewinne und erwarben damit mehrere Liegenschaften in Basel und Umgebung, die sogenannten „Mississippi-Güter“, sowie 1720 das Schloss Bottmingen, das sie im Barockstil umbauten. Die Deuchers waren mit Jean-Henri Labhard verwandt.
D'Illens Jean-Louis
1749-1819
Lausanne
Marseille (Frankreich)
53
Die Familie D’Illens war seit 1580 in Lausanne ansässig und hauptsächlich in der Verwaltung tätig. Auf des Suche nach Reichtum wanderte Jean-Louis D'Illens 1770 nach Marseilles aus. Zunächst investierte er hauptsächlich in Handelsexpeditionen der Familie Solier nach Indien, La Réunion und Mozambique. Dabei erzielte er jeweils Gewinne von 5-25%. Gemeinsam mit Jacob van Berchem gründete er die Firma „D'Illens, Van Berchem & Cie.“ in Marseille, welche Sklavenexpeditionen durchführte. Später übernahm D’Illens Neffe Augustin Roguin Anteile und die Firma wurde in „D’Illens, van Berchem, Roguin et Cie.“ umbenannt. Insgesamt wurden von 1790-1797 mindestens vier Sklavenexpeditionen durchgeführt. Dabei wurden über 2’000 Sklaven nach Amerika verschleppt. 1797 wurde die Firma aufgelöst und D’Illens wandte sich anderen Geschäften zu.
Dunant Charles-Alexandre
18. Jahrhundert
Genf GE
Surinam
55
Charles-Alexandre Dunant besass um 1770 eine Plantage in Surinam, für welche er in Genf Arbeiter rund einen Aufseher für seine Sklaven rekrutierte.
DuPasquier Claude-Abram
1717 - 1783
Neuenburg NE
Kanton NE
56
Claude-Abram DuPasquier besass seit 1752 die Textilfabrik Fabrique-Neuve in Cortaillod und produzierte nur für „Pourtalès & Cie.“. 1751 gründete er zusammen mit Jean-Jacques Bovet die Firma „Bovet, DuPasquier & Cie.“. 1753 trat Jacques-Louis de Pourtalès bei, die Firma wurde in „Pourtalès & Cie.“ umbenannt. Diese existierte bis 1796, dann trat ein Teil der Investoren aus und gründete speziell für Cortaillod die Gesellschaft „Vaucher, DuPasquier & Cie.“. Vier Generationen lang besassen die DuPasquier diese grösste Indienne-Fabrik der Region.
DuPeyrou J.P.
18. / 19. Jahrhundert
Neuenburg NE
Surinam
58
J.P. DuPeyrou besass die Kaffee- und Baumwoll-Plantage „Guadeloupe“ am Fluss Commewyne in Surinam.
DuPeyrou Jacques-Joseph
1734 - 1788
Neuenburg NE
Surinam
59
Jacques-Joseph DuPeyrou besass die Plantagen „Monserrat“ am Fluss Cottica und „La Bonne Amitié“ am Fluss Para in Surinam.
DuPeyrou Jan (Jean)
18. Jahrhundert
Neuenburg NE
Surinam
60
Jan DuPeyrou besass die Plantage „Picardie“ am Fluss Commewyne in Surinam.
DuPeyrou Pierre
? - ca. 1743
Neuenburg NE
Surinam
61
Pierre DuPeyrou war Gerichtsrat in Surinam und vererbte seinem Sohn Pierre Alexandre einige Plantagen.
DuPeyrou Pierre Alexandre
1729 - 1794
Neuenburg NE
Surinam
62
Pierre Alexandre DuPeyrou wurde in Surinam geboren und erbte von seinem Vater Pierre, der in Surinam Gerichtsrat war, einige Plantagen; darunter die am Fluss Cottica gelegenen Zuckerplantagen „Libanon“ und „La Nouvelle Espérance“, die Kaffeeplantage „Perou“ und die Holzplantage „L'Espérance“ am Fluss Para. Aus diesen Plantagen bezog er jährlich zwischen 24'000 - 40'000 Pfund - während ein Neuenburger Lehrer damals etwa 30 Pfund pro Jahr verdiente! Von diesem Geld liess er das Hôtel DuPeyrou in Neuchâtel bauen. Die Familie DuPeyrou hielt noch bis in die 1840er Jahre Sklaven.
Ehinger
Basel BS
Kopenhagen (Dänemark)
63
Ein gewisser Herr Ehinger war an Kopenhagener Kolonialwarenhandelsunternehmen beteiligt.
Erlach Riggisberg Johann Ludwig von
1661 - ?
Bern BE
Karibik
64
Johann Ludwig von Erlach Riggisberg segelte als Leutnant im Dienst der dänischen Marine in die westindischen Kolonien, er kehrte 1691 nach Bern zurück.
Escher Johann (Hans) Caspar
1755 - 1831
Zürich ZH
Zürich ZH
65
Johann Caspar Escher war 1786 Mitgründer von „Usteri, Ott, Escher & Co.“. Diese Firma beteiligte sich einerseits an Schweizer Seehandelsfirmen in Genua, Nantes und Le Havre als auch an diversen Ostindienhandelsgesellschaften. Durch unvorsichtige Spekulationen war die Firma bereits 1789 ruiniert. Sein Sohn war Heinrich Escher-Zollikoffer.
Escher-Gossweiler Hans Caspar
1775 - 1859
Zürich ZH
Zürich ZH
66
Hans Caspar Escher-Gossweiler importierte Baumwolle zur Verarbeitung aus französischen Häfen.
Escher-Zollikofer Heinrich
1776 - 1853
Zürich ZH
Zürich ZH, USA, Paris, Kuba
67
Heinrich Escher-Zollikofer war der Sohn von Johann Caspar Escher und Vater von Alfred Escher. Er reiste mit seinem Chef Hans Conrad Hottinger 1793 in die USA, wo er als dessen Agent bis 1806 blieb. Unter anderem befassten sich die beide mit Ansiedlungsunternehmen und Liegenschaftshandel in Georgia und Pennsylvanien. 1804 kam er nach South Carolina, wo er mit Baumwolle, Tabak, Reis und Kaffee zu handeln begann. Von 1806-1812 arbeitete er in Hottingers Firma in Paris, 1812-1814 wiederum in den USA. Er besass die Kaffeplantage „Buen Retiro“ in Kuba und ein Gut in Pennsylvania, sowie ziemlich sicher auch Sklaven, welche die Ländereien bewirtschafteten. Die Plantage „Buen Retiro“ soll sich von 1818-35 in Eschers Besitz befunden, aber keinen Gewinn abgeworfen haben. 1826 kaufte Escher Land in Zürich, worauf er 1828-31 die Villa Belvoir bauen und einen Garten mit exotischen Pflanzen anlegen liess, die er teilweise aus Amerika mitgebracht hatte.
Faesch Isaak
1687 - 1758
Basel BS
Aruba, Bonaire, Curaçao, St. Eustatius
68
Isaak Faesch - der Onkel von Johannes und Johann Jakob Faesch - stammte aus einer Basler Patrizierfamilie und lebte zunächst mit seinem Bruder Johann Rudolf Faesch in Amsterdam. Dort war er zuerst aktiv in verschiedenen Kriegsdiensten und arbeitete danach in der Handelsfirma seines Bruders, jedoch mit wenig Erfolg. Von 1735-40 war er im niederländischen Kolonialdienst als Kommandant der Insel St. Eustatius und 1740-1758 Gouverneur von Curaçao, Bonaire und Aruba. Seine Aufgaben waren einerseits die Schlichtung von Streitereien zwischen Kaufleuten und die Verteidigung der Inseln und andererseits die Kontrolle über das Wohlverhalten der Sklaven. Er besass mehrere Dutzend eigener Sklaven, die meisten arbeiteten auf der kompanieeigenen Plantage „Hato“. Auf „Hato“ kam es 1750 zu einem Sklavenaufstand, der sich auf die ganze Insel ausweitete. Faesch liess den Aufstand brutal niederschlagen und liess 47 Sklaven köpfen. Ihre Köpfe wurden auf Pfählen am Hafen zur Schau gestellt. Er selbst verlor beim Aufstand 39 Sklaven und schrieb, man habe ihn finanziell ruiniert. Faesch beteiligte sich zusammen mit Johann Jakob Hoffmann am Handel mit Kolonialwaren wie Zucker, Kaffee, Tabak, Kakao, Silber und Gold. Bei seinem Tod hinterliess er ein grosses Vermögen.
Faesch Jean-Jacques
18. / 19. Jahrhundert
Basel BS
Amsterdam (Niederlande), Surinam
69
Nach dem Tod seines Vaters Johann Jakob Faesch verwaltete Jean-Jacques Faesch das Familienerbe - die Plantagen. 1800 gründete er seine eigene Gesellschaft, die „J.J. de Faesch & Cie.“. 1822 liess er 20 zusätzliche Sklaven für die Plantage „Hoyland“ kaufen. Aufgrund finanzieller Probleme übertrugen die Faeschs die Verwaltung der Plantagen 1827 der Firma „Moyet & Cie.“ in Amsterdam. Ausserdem war die Familie Faesch an weiteren Plantagen in Surinam, Essequibo und Demerrara sowie auf der Insel Tobago beteiligt. Die Zuckerplantage „Hoyland“ war 1852 noch immer in ihrem Besitz, wurde aber vor der Abschaffung der Sklaverei in Surinam 1863 noch rechtzeitig verkauft.
Basler Mission
19. Jahrhundert
Basel BS
Ghana
7
Die „Basler Mission“ hatte um 1860 das Problem der sklavenhaltenden Katechisten (einheimische Assistenten der Basler Missionare) in Akwapim, Ghana. Das Basler Mutterhaus war gegen die Sklaverei, hatte aber mit den vor Ort herrschenden sozialen Strukturen, welche die Sklaverei begünstigten, lange zu kämpfen.
Faesch Johann Jakob
1732 - 1796
Basel BS
Amsterdam (Niederlande), Surinam
70
Die beiden Brüder Johannes und Johann Jakob Faesch heirateten in den 1750ern zwei Töchter des Niederländers David de Hoy und erhielten als Mitgift die vier Plantagen „Herstelling“, „Marienburg“, „Voorburg“ und „Hoyland“ mitsamt Sklaven in Surinam. Sie verwalteten ihre Geschäfte von Amsterdam aus, wo sie Zucker und Kaffee ihrer Plantagen importierten. Nach dem Tod seines Bruders 1768 kümmerte sich Johann Jakob Faesch allein um die Plantagen, ab 1794 im Rahmen der Firma „Braunsberg, Faesch & Cie.“. Nach seinem Tod beerbten ihn seine fünf Kinder. Jean-Jacques, der Älteste, übernahm die Geschäfte in Amsterdam und die Plantagenverwaltung.
Faesch Johann Rudolf
18. Jahrhundert
Basel BS
Karibik
71
Johann Rudolf Faesch war ein Neffe von Isaak Faesch und unterstützte dessen Geschäftspartner Johann Jakob Hoffmann - bis 1740 arbeiteten sie als Kommissionäre für niederländische Gesellschaften und Händler, sie exportierten unter anderem Kolonialwaren nach Amsterdam. Hoffmann trat 1742 seine Anteile an Johann Rudolf Faesch ab und kehrte nach Europa zurück.
Faesch Johannes
1725 - 1768
Basel BS
Amsterdam (Niederlande), Surinam
72
Die beiden Brüder Johannes und Johann Jakob Faesch heirateten in den 1750ern zwei Töchter des Niederländers David de Hoy und erhielten als Mitgift die vier Plantagen „Herstelling“, „Marienburg“, „Voorburg“ und „Hoyland“ mitsamt Sklaven in Surinam. Sie verwalteten ihre Geschäfte von Amsterdam aus, wo sie Zucker und Kaffee ihrer Plantagen importierten.
Fatio François
1622 - 1704
Genf GE
Genf GE
73
François Fatio stammte aus einer Protestantischen Familie, die von Mailand nach Zürich floh, und sich dann 1623 in Vevey niederliess, wo der Vater mit Seide handelte. Nach seinem Studium in „Bonnes Lettres“ liess François sich in Genf nieder, wo er durch der Heirat mit Marie Franconis zum Bürger der Stadt wurde. Zunächst betrieb er ein Kolonialwarengeschäft, welches unter dem Firmennamen „François Fatio & Fils“ immer mehr Bankgeschäfte übernahm. Zudem exportierte er Leinwand aus St. Gallen nach Frankreich. 1680 wurde er Komissionär der französischen Levante-Gesellschaft, was bedeutete, dass er das staatliche Monopol für die Einfuhr französischer Kolonialwaren aus Marseille nach Genf erhielt. Auch erzielte er ein beträchtliche Gewinne im Salzhandel. François Fatio war der erste nachweisbare Schweizer, der in den niederländischen Kolonien eine Plantage besass. 1693 erwarb er drei Viertel einer Zuckerplantage in Surinam aus dem Erbe von Moise Tissot (der Bankier Jean Tourton von Amsterdam kaufte das letzte Viertel). François Fatio reiste selbst nie nach Surinam, er liess die Plantage von einem Herrn Sartoris aus Genf verwalten. Für die Plantage wurden der Arzt Antoine Roussenac und einige Zimmerleute (zum Zuckermühlebau) in Genf verpflichtet, welche via Amsterdam, wo Tourton lebte, nach Surinam geschickt wurden. Für kurze Zeit betrieb er in Plainpalais eine kleine Zuckerraffinerie, welche jedoch bald wieder schliessen musste, da die Produktion anderswo billiger war. François Fatio hinterliess seinen Kindern bei seinem Tod 1704 ein grosses Vermögen. Fatios Sohn Jean-Baptiste erbte den Anteil an der Plantage seines Vaters bereits 1699, 1737 starb er selbst kinderlos. Wer die Plantage erbte ist unbekannt.
Favre, Petitpierre & Cie., F. Favre & Cie. (Firmen)
18. / 19. Jahrhundert
Couvet NE
Nantes (Frankreich)
75
Verschiedene Mitglieder der Familie Favre waren Indienne-Hersteller in Nantes. Louis Favre kam 1784 nach Nantes, Charles Favre folgte ihm 1787, Abraham Favre 1794. Louis Favre machte Geschäfte mit Benoît Bourcard. Pierre David Favre (1765-1818) heiratete 1804 in Nantes Françoise Cécile Gorgerat. 1797 entstand die Firma „Favre, Petitpierre & Cie.“, nachdem Ferdinand Petitpierre die Geschäfte seiner Firma „Petipierre et Frères“ an seine Neffen Louis und Pierre David Favre übergab. Zusätzlich kaufte sie 1802 die grosse Indienne-Manufaktur von „Pelloutier, Bourcard & Cie.“ in Nantes. „Favre, Petitpierre & Cie.“ produzierte fast ausschliesslich für Sklavenschiffe. Trotzdem überlebte die Firma als eine der einzigen die kurze Zeit des Sklavenverbotes in Frankreich zwischen 1794 und 1815. Nach Aufhebung des ersten Sklavenhandelverbotes liess„Favre Petitpierre“ Anzeigen in Zeitschriften in Nantes drucken, die besagten, dass die Firma alle nötigen Waren für den Sklavenhandel produzierten, insbesondere Indiennes, Liménéas und Taschentücher. Die Indiennes wurden nicht nur mit Geld bezahlt. So erwartete die Firma 1825 eine Schiffsladung mit Zucker als Bezahlung für Indiennes. Die Firma beteiligte sich ebenfalls direkt am Sklavenhandel. So beteiligte sie sich zwischen 1826 und 1830 an der Ausrüstung von vier Sklavenexpeditionen.
Fazy Antoine
18. Jahrhundert
Genf GE
Genf GE
76
Antoine Fazy besass die damals grösste Druckmanufaktur für Indiennes in Genf, er beschäftigte schon 1728 zwischen 600-800 Arbeiter in seinen Betrieben in Eaux-Vives und Bergues.
Baur Christophe Jean
1699 - 1770
Genf GE
Paris (Frankreich)
8
Christophe Jean Baur gründete zusammen mit Jean-Claude Tourton 1740 die Bank „Tourton & Baur“, welche Verbindungen zur Familie Giger hatte. „Tourton und Baur“ investierten je 375'000 Livres in die 1748 gegründete „Société pour le commerce de la traite des nègres à la côte d'Angola et de là aux îles de Saint-Domingue“ (kurz: „Société d'Angola“). Die Bank „Tourton & Baur“ existierte bis 1780, zehn Jahre nach Baur’s Tod.
Filliettaz Marc-Jacob
1760 - 1812
Genf GE
Paris (Frankreich)
80
Marc-Jacob Filliettaz und sein Bruder Gabriel (1762-1823) gründeten 1788 zusammen mit Jean-Théodore Rivier die Firma „Rivier & Cie.“. Diese Firma machte ihr Geld mit Auslandsinvestitionen - unter anderem in Sklavenschiffe - und im Überseehandel generell. Marc-Jacob Filliettaz führte die Filiale in Paris.
Fischer Constantin und Jean-Albert
19. Jahrhundert
Chur GR
Brasilien
81
Constantin und Jean-Albert Fischer besassen 1819 eine Plantage in der Umgebung von Rio de Janeiro.
Flach Johann Martin
1781 - 1855
Schaffhausen SH
Brasilien
82
Johann Martin war der Vater von Johannes Flach, welchem er die Plantage „Helvetia“ in Leopoldina vererbte.
Flach Johannes (Hans)
1818 - 1868
Schaffhausen SH
Brasilien
83
Johannes Flach besass die Plantage „Helvetia“ in Leopoldina mit 151 Sklaven und über 100 km Kaffeebaumreihen im Wert von 214'000 CHF. 1871 erliess Brasilien das Gesetz des „freien Bauches“, laut dem die Kinder von Sklavinnen als freie Menschen geboren werden. Die Witwe von Flach reiste 1874 nach Brasilien, um die Plantage zu liquidieren.
Flournois David
18. Jahrhundert
Genf GE
Surinam, Paris (Frankreich)
85
1755 verkaufte David Flournois seine Plantagen und sein Haus in Surinam und liess sich als Bankier in Paris nieder.
Forcart-Weiss & Söhne (Firma): Forcart Johann Rudolf
19. Jahrhundert
Basel BS
Basel BS
86
Johann Rudolf Forcarts Firma „Forcart-Weiss & Söhne“ geschäftete 1800-1843 mit Baumwolle, Zucker, Kaffee, Reis, Rohgummi, Tee, und Pfeffer von Kalkutta bis in die Karibik.
Förster Hans
18. Jahrhundert
Bern BE
Kap der Guten Hoffnung (Südafrika)
87
Hans Förster kam 1717 als Matrose ans Kap, wo er sich niederliess und später zusammen mit zwei Sklaven eine neue Kirche in der Stadt Paarl baute. Sein Nachfahre (Ur-Urenkel) Balthazar Johannes Vorster wurde 1978 Staatspräsident der Apartheidrepublik.
Fourgeoud Louis-Henry
ca. 1715 - 1779
Kanton VD
Surinam
88
Louis-Henry Fourgeoud war Oberst in niederländischen Kolonialdiensten, der 1773 mit 1'200 Untergebenen, darunter einige Schweizer, entflohene Sklaven in Surinam einfangen sollte. Nur etwa 100 Soldaten von ihnen überlebten. Fourgeoud selbst kehrte 1778 in die Niederlanden zurück. Zwei Jahre später hat ihn sein schwarzer Diener (Sklave?) tot im Bett gefunden.
Friquet
18. Jahrhundert
Vevey VD
Frankreich
89
Herr Friquet beteiligte sich im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts finanziell an den Sklavenexpeditionen von Meslé de Grandclos aus Saint-Malo.
Baux, Balguerie & Cie. (Firma): Baux Jean-Louis
18. Jahrhundert
Genf GE
Bordeaux (Frankreich)
9
Die Familie Baux stammte ursprünglich aus Nîmes und floh nach Genf, wo Jean-Louis Baux (1726-1792) verschiedene Firmen gründete: Zuerst die „Archer Baux & Cie.“, dann „Jean-Louis Baux & Cie.“. Gemeinsam mit Jean-Étienne Balguerie gründete er„Baux, Balguerie & Cie.“, welche besonders in Bordeaux aktiv waren. Diese Firma war Reeder von acht Sklavenexpeditionen aus Bordeaux zwischen 1789-92. Dazu gehörte beispielsweise das Schiff „Chasseur“, welches in Mozambique 434 Sklaven eintauschten und diese nach St. Domingue brachte. 134 Sklaven überlebten die Fahrt nicht.
Füllemann Jean-Georges
? - ca. 1753
Steckborn TG
Paris (Frankreich)
90
Jean-Georges Füllemann leitete von 1722-25 die Bank seines Onkels Jean-Henry Labhard in Paris und spekulierte mit Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Er machte riesige Gewinne.
Gallatin Jean
1733 - 1756
Genf GE
Surinam
91
Jean Gallatin hatte sich als Händler ein Vermögen gemacht und war im Rat der 200. Er hinterliess bei seinem Tod 1756 seinem minderjährigen Sohn Albert, dem zukünftigen Finanzminister der USA, einen Anteil an seiner Plantage „Le Mas Rouge“ in Surinam. Da die Weiterführung der Plantage für den jungen Erben als zu schwierig betrachtete, reichte sein Vormund bei der Genfer Regierung ein Gesuch ein, die Plantage zu verkaufen. Dies begründete er unter anderem dadurch, dass das Risiko für häufige Verluste durch Erkrankungen der Sklaven und Sklavenaufstand zu gross sei.
Geilinger Johann Ulrich
18. Jahrhundert
Winterthur ZH
Winterthur ZH
93
Johann Ulrich Geilinger hielt finanzielle Anteile an der französischen „Compagnie des Indes“, welche zwischen 1719-56 in etwa 130 Expeditionen mehr als 45'000 Sklaven aus Afrika deportierte.
Giger (Guiguer) Louis
1675 - 1747
Bürglen TG
Paris (Frankreich)
95
Louis Guiguer gründete zusammen mit dem Lyoner Jean-Claude Tourton um 1700 die Bank „Tourton & Guiguer“ in Paris, welche bereits 1707 fest etabliert war und welche der französischen Regierung Kredite vergab. Der Neffe von Louis Guiguer, Isaac Thelluson, trat 1708 als 18jähriger in die Firma ein und übernahm 1715 die Geschäftsleitung der nun in „Thellusson & Cie.“ umbenannten Bank, Guiguer und Tourton blieben stille Teilhaber. Nach einem Streit mit Thellusson stieg Guiguer 1717 ganz aus der Firma aus und investierte all sein Vermögen in Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Guiguer war in der Startphase der viertwichtigste Aktionär. Mit den Gewinnen daraus kaufte er 1723 für 142'000 Pfund die Freiherrschaft Prangins am Genfersee, wurde damit zum Baron de Prangins. Das zerrüttete Gebäude liess er zu einem Schloss umbauen, das heute im Besitz der Eigenossenschaft ist.
Gorgerat Frères & Cie. (Firma)
1766 - 1815
Boudry NE
Nantes (Frankreich)
99
Pierre Gorgerat (1726-1768) profitierte 1759 von der Aufhebung des Produktionsverbotes der Indiennes in Frankreich. Der Holzgraveur für Indiennes liess sich in Nantes nieder und eröffnete dort 1760 gemeinsam mit François Landry eine Indiennes-Manufaktur unter dem Namen „Gorgerat & Landry“. Die Manufaktur erwies sich als erfolgreich, so dass Pierre 1766 vier seiner Brüder aus der Schweiz holte und gemeinsam die Fabrik „Gorgerat Frères & Cie.“ gründete. Das Familienunternehmen bestand neben Pierre aus Moïse (1735-1783), Claude (1727-1747), Jean Fréderic (1738-?) und François (1742-1823). Jährlich wurden durchschnittlich 15’000 Stoffe produziert. Nach dem Tod von Pierre Gorgerat wurde die Manufaktur von der Familie weitergeführt. Die Familie verband sich mit den anderen Familien der aus Neuenburg stammenden Indienneproduzenten. So heiratete François Gorgerat’s Tochter Cécile Gorgerat (1782-1819) beispielsweise Pierre David Favre von der Manufaktur „Favre Petitpierre & cie.“. Die Firma „Gorgerat Frères & Cie.“ existierte bis 1815.
Herkunft
Woher stammen die im Sklavenhandel involvierten Schweizer Firmen und Personen?





Herkunft*Anzahl
Appenzell Ausserrhoden (AR) 10 (3.8 %)
Basel Stadt (BS) 38 (14.5 %)
Bern (BE) 20 (7.6 %)
Genf (GE) 42 (16.0 %)
Graubünden (GR) 3 (1.1 %)
Neuchâtel (NE) 31 (11.8 %)
Schaffhausen (SH) 7 (2.7 %)
St. Gallen (SG) 13 (5.0 %)
Thurgau (TG) 4 (1.5 %)
Waadt (VD) 32 (12.2 %)
Zürich (ZH) 30 (11.5 %)
Übrige Schweiz 32 (12.2 %)



*Der Übersichtlichkeit halber fehlen in der Grafik Kantone mit einer Anzahl von weniger als 10 Personen / Personengruppen.
Regionen
In welchen Ländern und Regionen waren sie tätig oder gingen ihren Geschäften nach?





RegionAnzahl
Afrika 20 (7.6 %)
Brasilien 32 (12.2 %)
Frankreich 73 (27.9 %)
Guyana 7 (2.7 %)
Karibik 23 (8.8 %)
Schweiz 54 (20.6 %)
Surinam 25 (9.5 %)
Übriges Europa 18 (6.9 %)
USA 10 (3.8 %)
Tätigkeiten
Welchen Aktivitäten gingen sie nach? Wie waren sie im Sklavenhandel verstrickt oder involviert?





TätigkeitAnzahl
Abolitionist 4 (1.5 %)
Bank 75 (28.6 %)
Diverse 3 (1.1 %)
Handel 58 (22.1 %)
Indienneure 16 (6.1 %)
Kolonialdienst 20 (7.6 %)
Sklavenhalter 86 (32.8 %)