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Hoffnung und Heimat für befreite SklavenLiberia wurde 1822 auf Initiative der USA gegründet, um die freigelassenen schwarzen Sklavinnen und Sklaven in ihre "Heimat" zurückzubringen. Diese Ameriko-Liberianer hielten über 150 Jahre lang die politische und wirtschaftliche Macht in den Händen, obwohl sie nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung ausmachten. Ethnische Spannungen und der wirtschaftliche Niedergang führten zu einem grausamen und ruinösen Bürgerkrieg, der von 1989-2003 dauerte. Die Geschichte der Republik Liberia begann mit der Ansiedlung freigelassener Sklaven ab 1822 unter Führung amerikanischer Philantropen, der American Colonization Society, und der Regierung der USA. Zu dieser Zeit war das Gebiet Liberias von mindestens 16 verschiedenen ethnischen Gruppen besiedelt. Viele waren schon vor ungefähr 400 Jahren in dieses Gebiet eingewandert, etwa zu der Zeit, als die Portugiesen erstmals an der afrikanischen Westküste landeten. Einige Stämme waren am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt. Die lokalen Führer der Küstenregionen weigerten sich daher anfangs, den Amerikanern Land für eine Siedlung zu verkaufen, da sie befürchteten, diese würde dem Sklavenhandel im Weg stehen. Die Amerikaner setzten sich jedoch durch und konnten Land für eine erste Siedlung erwerben. Dieser Siedlung folgten schnell weitere. Zwischen 1822 und 1867 wurden um die 12'000 befreite Sklaven aus den USA nach Liberia gebracht. Zusätzlich befreite die U.S. Navy gegen 6'000 Afrikaner aus illegalen Sklavenschiffen und brachte sie an die liberianische Küste. Die Siedlungen standen zunächst unter amerikanischer Gouverneursverwaltung. Davon zeugt auch, dass die Hauptstadt nach dem amerikanischen Präsidenten James Monroe Monrovia benannt wurde. Am 26. Juli 1847 erklärte sich das Land für unabhängig und wurde zuerst von den europäischen Mächten und 1862 auch von den USA als erster unabhängiger Staat Schwarzafrikas anerkannt. An der Kongo-Konferenz 1885, welche Afrika unter den Kolonialmächten aufteilte, konnte Liberia zwar seine Souveränität behalten, verlor aber etwa einen Drittel seines Staatsgebietes an Frankreich.
Die politische Macht und die Kontrolle der ökonomischen Ressourcen blieben weitgehend in den Händen der aus den USA eingewanderten Liberianer. Die afrikanische Urbevölkerung erhielt erst im Jahr 1904 ihre Bürgerrechte und 1907 das Wahlrecht. Bis 1932 litten die Ureinwohner unter Zwangsarbeit und -besteuerung. 1926 erwarb die amerikanische Firestone Company beinahe die Hälfte des Landes als Konzessionsgebiet für Kautschukplantagen, ein Rohstoff, der zur Reifenherstellung dient. Liberia bekam den Beinamen "Firestone Country". Erst mit dem 1950 einsetzenden Eisenerzabbau wurde die einseitige wirtschaftliche Ausrichtung und Abhängigkeit von einem einzigen Konzern durchbrochen. Liberia galt bis in die 1980er Jahre dank seinem grossen Reichtum an Bodenschätzen als entwicklungspolitischer Musterschüler und Zielland internationaler Investitionen. Materielle Basis war eine weltmarktorientierte Wirtschaft, basierend auf Gummiplantagen und Erzminen, mit dem US Dollar als offiziellem Zahlungsmittel und der Öffnung des Landes für ausländische Konzerne. Die sinkenden Rohstoffpreise Mitte der 1970er Jahre leiteten jedoch einen drastischen wirtschaftlichen Niedergang ein. Die immer schon vorhandenen ethnischen Spannungen zwischen der relativ kleinen Schicht der ehemaligen Sklaven aus den USA und ihren Nachkommen, die rund 3% der Bevölkerung ausmachten, und der einheimischen Bevölkerung entluden sich 1980 in einem ersten Putsch: Die Armee übernahm unter Führung von Samuel K. Doe mit einem Staatsstreich die Macht und beendete die Vorherrschaft der Ameriko-Liberianer. Die Regierungszeit Does war geprägt von Beteiligung am Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen und Korruption. 1989 entzogen die USA dem Land die Wirtschafts- und Militärhilfe. Ein Aufstand unter der Führung von Charles Taylor und seiner Partei National Patriotic Front of Liberia (NPFL) stürzte daraufhin das Doe-Regime. Ein blutiger Bürgerkrieg brach aus, der mit dem Waffenstillstandsabkommen 1996 und der Wahl Charles Taylors 1997 zum Präsidenten kein Ende fand. Der Bürgerkrieg hatte sich bereits zu einem grösseren Konflikt ausgeweitet, in dem sieben verschiedene ethnische Gruppen versuchten, die Kontrolle über Liberias Rohstoffe - insbesondere Eisenerz, Holz und Kautschuk - zu gewinnen. Die Regierung unter Taylor missachtete jegliches Menschenrecht und verfolgte gezielt Oppositionelle und einzelne Ethnien. Das Regime brach schliesslich im August 2003 unter dem Druck von Rebellen und der internationalen Gemeinschaft zusammen und Taylor flüchtete nach Nigeria ins Exil. Dank UNO-Unterstützung gelang es in den darauf folgenden zwei Jahren, die Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen und einen Neuanfang einzuleiten. Im Rahmen eines vergleichsweise demokratischen Prozesses wurden im November 2005 ein nationales Parlament und Ellen Johnson-Sirleaf zur ersten Staatspräsidentin in Afrika gewählt. Der 14jährige Bürgerkrieg hatte über 200'000 Menschen das Leben gekostet und 1,5 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Taylor wurde an den Sondergerichtshof für Sierra Leone überstellt, da er auch die Rebellen der Revolutionary United Front in Sierra Leone unterstützt hatte und in den Handel mit "Blutdiamanten" verstrickt war, aus dem sich der Bürgerkrieg in Sierrra Leone finanzierte. Der Prozess gegen Taylor wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist zur Zeit noch im Gange.
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Quellen: Harenberg Länderlexikon, Alle Staaten auf einen Blick, Dortmund 2002. Macmillan Encyclopedia of World Slavery, Volume 1 & 2, New York 1998. Wikipedia, http://de.wikipedia.org
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