Projekte Brasilien

 

 

Babaçu

Eine Knacknuss mit Potenzial

Concita Moreira

Seit Jahrzehnten ist die Babaçu-Nuss Symbol für die regionale Frauen- bewegung und die Rechte der Kleinbauern. In Maranhão bestreiten schätzungsweise 400 000 Personen ihren Lebensunterhalt mit dem Aufbrechen und Verarbeiten der Nuss. Das Potenzial der Babaçu ist enorm und es könnte noch weiter angeregt werden. Mehr dazu im aktuellen Projektbericht (französisch) und im Babaçu-Projektantrag 2017

Seifen-Workshop

Workshop

In einem Workshop  Ende November 2015 lernten die Mitglieder der Kooperative neue Techniken zur Herstellung von Seifen aus Babaçu-Öl. So konnten sie beispielsweise die Seifenproduktion professionalisieren indem das Herstellungsverfahren auf den Verwendungszweck der Seife angepasst wurde.

 

Onilé

Onilé

Bei unserem Projektbesuch im Mai 2017 erzählten uns die Ein-wohnerinnen von Três Irmãos, Queimadas und Montabarro und  von ihren Erfahrungen im Landkonflikt. Nicht nur Drohungen gehörten während Jahren zum Alltag der Quilombolas, auch wurden die Familien gezwungen, grosse Teile ihrer Reis- und Maisproduktion abzugeben. Mehr dazu lesen Sie hier oder im aktuellen Projektbericht aus Brasilien. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im Projektantrag 2016/2017

 

 Ygarapé

Ygarapé

Mehr zum Projekt Ygarapé im Projekt Antrag 2015

 

Gerechtigkeit für die Opfer in Vergel!

Am 24. Dezember 2015 wurde ein Menschenrechtskämpfer und Freund von Cooperaxion, Izídio Antonio Pereira da Silva in Vergel nicht weit von Codó im Bundestaat Maranhão – Brasilien, tot aufgefunden. In dieser Gegend engagiert sich Cooperaxion in drei Entwicklungsprojekten.

Leis

Izídio Antonio  ist vermutlich das siebte Opfer eines Landkonfliktes. Seit den 80er Jahren versuchen grosse Agrarunternehmen die Menschen, welche dort seit Generationen leben mit Gewalt und Korruption von ihrem Boden zu vertreiben. Der Kampf um die Landrechte ist ungleich – Drohungen und Gewalt sollen die Menschen einschüchtern.

Wir wollen unsere Augen nicht weiter vor Gewalt und Ungerechtigkeit ver-schliessen. Bitte unterzeichnet die Petition. Hier Unterzeichnen

Der Petitionstext in deutscher Sprache

Brasilien, Codó, Maranhão

Nach dem Leitsatz «Neue Perspektiven auf alten Routen» engagiert sich Cooperaxion in Brasilien in drei Projekten: das Babaçu Plus-, das Onilé– und das Ygarapé- Projekt.

 

Babaçu Plus

Knacknüsse der Selbstbestimmung

BabaçuProdukteKnackerinÖlmühle

Der Nordosten Brasiliens wird bis heute von Nachfahren afrikanischer Sklaven bewohnt, oft leben sie unter der Armutsgrenze. Im Hinterland leben sie in sogenannten Quilombos, Dorfgemeinschaften die im 18. Jahrhundert von geflüchteten oder freigelassenen Sklavinnen und Sklaven gegründet wurden. Ein Projekt zur Verarbeitung der Babaçu-Nüsse im Bezirk Codó des Staates Maranhão stärkt lokale Dorfgemeinschaften, fördert die Selbstversorgung und schützt natürliche Ressourcen.

Grundnahrungsmittel und Marktprodukt
Aus den Nüssen der wild wachsenden Babaçupalme gewinnen die Quilombolas (Dorfbewohnerinnen) ein vielfältig nutzbares Naturöl. Das extrem aufwendige Schälen, Herausnehmen der Zwischenschicht und schlussendlich der Frucht wird von Hand gemacht, und ist traditionell Frauenarbeit. Die durch Cooperaxion finanzierte Mühle vereinfacht die Pressung der Nusskerne und macht das Babaçuöl raffinierter. Einen Teil des Öls kann somit von den Frauen weiter zu Seife, Gebäck und anderen Produkten verarbeitet werden. Auf den umliegenden Wochenmärkten werden die hausgemachten Güter von den Quilombolas verkauft. Was nicht verkauft wird, dient den Grossfamilien im Haus und Hof.

Cooperaxion schafft mit der Mühle Zukunftsperspektiven durch Arbeitsplätze, Einkommensmöglichkeiten und Selbstbestimmung der Quilombolas.

Darüber hinaus erhalten die Afrobrasilianerinnen Zugang zu Bildung und Unterstützung bei der Verteidigung der umstrittenen Landrechte; Cooperaxion leistet somit auch einen Beitrag zur Reduzierung der Landflucht.

Im neuen Babaçu-Projektantrag 2016 finden Sie zusätzliche Informationen zum Projekt.

 

Onilé

Kampf um die Anerkennung des Landes

 Region Codo KlassenraumOniléTransport

Brasilien ist geprägt von sozialen Ungleichheiten. Grosse Agrarunternehmen kontrollieren enorme Landflächen und natürliche Ressourcen. Sie legen dort schädliche Monokulturen an, wo Kleinbauern seit Generationen von einfacher Subsistenzwirtschaft leben. Die lokale Bevölkerung – meist indigener oder afrobrasilianischer Herkunft – wird gezwungen ihr Land zu verlassen. Selten verfügen sie über entsprechende Papiere. Der Kampf ist ungleich und gewalttätig.

Einstehen für Menschenrechte
Die Region Codó ist besonders von Landkonflikten betroffen. Hier unterstützt Cooperaxion derzeit drei Quilombo-Gemeinschaften im Kampf um die Anerkennung ihres Landes und den Schutz der natürlichen Ressourcen. Neben der juristischen Begleitung der Dörfer organisiert Cooperaxion seit 2014 einen sicheren Transport in die umliegenden Gemeinden und die nächste Stadt. Ein Jugendchor vernetzt die Gemeinschaften, stärkt den Zusammenhalt und fördert die Handlungsfähigkeit gegenüber Grossunternehmen.
Das Onilé Projekt unterstützt die Quilombo-Gemeinschaften im Kampf um Landrechte und Überleben, fördert die nachhaltige Landwirtschaft und leistet einen Beitrag zur Eindämmung der Landflucht. Thematisch vertiefte Hintergrundinformationen zum Onilé-Projekt finden Sie im Projekt Proposal 2016/2017

 

Ygarapé

Zugang zu Wasser – Sanitäre Einrichtung – Grundversorgung für die Quilombos

ToiletteStauseeGemeinsaftsgarten

Brunnen

 

 

 

 

 

Neben der unsicheren Lage und der finanziellen Instabilität, sind die Quilombo Gemeinden mit weiteren Herausforderungen konfrontiert. Wasser ist während der Trockenzeit knapp und die sanitären Bedingungen sind alarmierend. Im Bundesstaat Maranhão leben 95,8% der Haushalte ohne sanitäre Grundversorgung. Die Folgen davon sind verheerend für die Gesundheit der Bevölkerung. Mit dem Ygarapé Projekt will Cooperaxion in allen neun Partner-Gemeinden ein ganzheitliches Programm für den Zugang zu Wasser fördern, unter Berücksichtigung des WASH Konzepts: Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene.

Thematisch vertiefte Hintergrundinformationen finden Sie im Ygarapé Projekt Proposal 2015